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Top 10 Filme Des Jahres 2013

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Dieses war ein gutes Filmjahr. Der Sommer war zwar wie immer schwach, aber das Blockbusterkino interessiert mich eh nur ganz am Rande und hat auf meiner Bestenliste sowieso nichts zu suchen. Ich habe das meiste in diesem Jahr gesehen, was mir wichtig war, also kann ich hier eine relativ informierte Entscheidung treffen.
Auf den letzten drei Plätze hätten auch fünf oder sechs andere Filme stehen können, so eng war das Feld in diesem Jahr. Probleme, die man gerne hat.

  1. What Maisie Knew – Der ergreifendste Film des Jahres. Das junge Mädchen Maisie ist in mitten einer hässlichen Scheidung und ihre Eltern behandeln sie nur als Wertgegenstand, den sie für sich beanspruchen möchten. Dieser Film wird auf besonders herzzerreißende Weise aus der Perspektive des Mädchens erzält, die ständig herumgereicht und vergessen wird und am Ende die bitter nötige Zuneigung von den jeweiligen neuen Partnern ihrer Eltern bekommt.

  2. Before Midnight – Der beste Teil der Reihe, weil ich in einem ähnlichem Lebensabschnitt wie Jesse und Celine bin und mich daher am meisten mit diesem Film identifizieren kann. Meine Liebeshymne auf diesen Film lest ihr hier. Before Midnight – hirnrekorder

  3. Jagten (The Hunt) – In einer Kleinstadt wird ein Kindergärtner von der Tochter seines besten Freundes zu Unrecht beschuldigt, sie sexuell belästigt zu haben und niemand glaubt ihm.
    Es entbrennt die titelgebende Jagd auf ihn und seine Familie, die sich bedächtig und logisch bis zu ihrem Ende ausspielt. Einer der effektivsten Filme, die ich dieses Jahr gesehen habe. Und Mads Mikkelsen geht sowieso immer.

  4. Zero Dark Thirty – Ein spannender Politthriller um die zeitintensive und kräftezehrende Jagd nach Osama Bin Laden. Jessica Chastain spielt die Rolle, der Ermittlerin, die etwas grün hinter den Ohren an diesen Job kommt und an ihren Aufgaben wächst, herausragend gut. Zero Dark Thirty ist mit sicherer Hand an der Kamera, Schere und Feder inszeniert, nimmt uns auf eine packende Reise rund um den Globus und lässt uns intelligenten und sich aufopfernden Menschen bei der Arbeit zuschauen.

  5. De rouille et d’os (Rust and Bone) – Eine junge Frau verliert bei einem Unfall ihre Beine und jegliche Freude am Leben, lernt einen alleinerziehenden Vater kennen, der ihr mit seinem Pragmatismus und der gegenseitigen Zuneigung Spaß am Leben und einen neuen Lebensinhalt gibt.
    Ich habe ein Melodrama á la Le scaphandre et le papillon erwartet, in der sich schwermütig mit einer furchtbaren Lebensgeschichte auseinander gesetzt wird. Zu meinem Überraschen stellte ich das genaue Gegenteil fest, denn unterschiedlicher könnten die Erzählweisen nicht sein. Rust and Bone lebt vom Pragmatismus der Freundschaft beider Protagonisten zueinander.
    Ein ganz wunderbarer und warmherziger Film, der dem Melodram fast völlig aus dem Weg geht. Für mich macht ihn das so besonders.

  6. Mud – Eine ganz tolle Coming of Age Geschichte um zwei Jungs und einen Flüchtling (Matthew McConaughey), dem sie dabei helfen, seine große Liebe zurück zu bekommen.
    Tolle Bilder, bessere Jungschauspieler, passende Lokalitäten und feine emotionale Momente.

  7. Silver Liningss Playbook – Erwartet man von Silver Linings Playbook kein analytisches Drama über Persönlichkeitsstörungen, sondern einen Film a la When Harry meets Sally, kann man nur positiv überrascht werden. O. Russell bedient bekannte Genretropes wie Dreiecksbeziehungen, Familien mit dunkler Geschichte, einem Freundeskreis, der zur Hälfte auf der Seite des Protagonisten steht und anders herum und den Tanz, der die unerwartete Liebe entfacht. Jedoch tut er dies so frisch und zu einer solchen Perfektion, dass ich fast schockiert war, wie gut das Ganze funktioniert. Die Krankheit der Hauptfiguren wird sowohl als Charakterfärbung als auch als Katalysator für viele Plotentwicklungen eingesetzt, die so viel natürlicher erscheinen, als der beste Freund / die beste Freundin, die in solchen Filmen sonst im Wege stehen. Alle Probleme – auch die der Nebenfiguren – fühlen sich echt und glaubwürdig an, was die resultierenden Entwicklungen von sowohl Plot, als auch Figuren ebenso real macht.

  8. Upstream Color – Mit Primer verdrehte Carruth vor ein paar Jahren die Köpfe und Hirnwindungen vieler und sein Nachfolger steht seinem Zeitreisefilm in nichts nach. Ein wunderschöner, toll gemachter Film über den man eine Menge nachdenken kann.

  9. Broken Circle Breakdown – Die Liebesgeschichte zweier belgischer Bluegrassmusiker, dessen Beziehung durch die Krankheit ihrer Tochter auf die Probe gestellt wurde lebt von fantastischer Musik, der perfekten Chemie der beiden Hauptdarsteller, intimen Momenten und wenigen, sehr traurigen Szenen.

  10. The Sessions – Ein ganz leiser und intimer Film über einen Mann mit eiserner Lunge, der schwer krank und sehr zerbrechlich mit dem Beistand seiner Familie und seines Priesters seine Jungfräulichkeit verliert.

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