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Ein Paar TV Empfehlungen Für Den Sommer

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Seit etlichen Wochen ist das Gros der TV Saison vorbei und das gibt uns Serienliebhabern Zeit ein paar kleinere Serien nachzuholen, die an einem vorbei gegangen sind oder der persönliche Kalender einfach zu voll war. Zudem kommen auch im Sommer ein paar feine Perlen heraus, auf die ich das Augenmerk lenken möchte.

Crime Drama

Wer Krimis mag, für den ist gerade eine gute Zeit, denn selten gibt es so viele gute Krimis wie gerade im Fernsehen. Das kann auf Dauer auch etwas ermüdend sein, aber ich mag gute Krimis und die folgenden (neben Luther, was gerade wieder begonnen hat) sind ziemlich gut und sehenswert.

Top of the Lake

Wohl der beste kurze Krimi dieses Jahr. Elisabeth Moss versucht einen mysteriösen Kriminalfall in Neuseeland zu lösen.
Fantastisches Setting, schöne Landschaften, erfrischend neue Gesichter und sehr gute Performances.
6 knackige Episoden und dann ist es auch schon wieder vorbei.

The Bridge

The Bridge begleitet zwei Polizisten — einen Mexikaner, eine Amerikanerin — bei der Suche eines Serienkillers, der eine Leiche genau auf der Grenze zwischen Amerika und Mexiko ablädt und damit scheinbar ein politisches Statement machen möchte.

Bisher gab es zwei Episoden und die sehen sehr solide aus. Die beiden Protagonisten sind prima, haben eine tolle Chemie miteinander und überhaupt fühlt sich das alles ziemlich gut an. Wenn man Krimis mag, sollte man mal schauen. Insgesamt wird es sechs Episoden geben.

Das Ganze ist ein Remake einer dänisch/schwedischen Serie namens Bron, die ich aber noch nicht gesehen habe.

The Fall

Yet another crime drama. Aber gutes, spannendes mit Gillian Anderson als starke Frauenrolle, die einen Serienmörder jagt in knackigen 5 Episoden.
The Fall ist eine irisch/britische Koproduktion.

Drama

Orange is the New Black

Die neue Netflix Serie von Jenji Kohan (of Weeds fame) dreht sich um Piper Chapman, einer New Yorkerin in ihren Dreißigern, die wegen Schmuggels von Drogengeld für 15 Monate in ein Frauengefängnis geht, während sie ihren Verlobten (Jason Biggs of all people) zurück lässt.
Recht schnell (in Folge 3) etabliert die Serie ihr Format, indem nach und nach viele der Insassen in Lost-ähnlichen Rückblenden ihre Backstory bekommen und diese so vielschichtige Persönlichkeiten bekommen und ein immer integralerer Bestandteil der Serie werden. Der Cast ist wunderbar erfrischend divers und jede Episode erzählt eine in sich geschlossene Geschichte, die Teil einer fortlaufenden ist, was die Serie ungeheuer unterhaltsam macht.

Wo Weeds für mich überhaupt nicht funktionierte drückt Orange is the New Black alle meine Knöpfe. Es ist komisch, dramatisch, fantastisch erzählt und locker das Beste, was Netflix bisher an eigenem Content herausgebracht hat. (Ja, besser als House of Cards und Arrested Development.)
13 Episoden, die einen Heidenspaß machen. Ich freu mich auf Staffel 2.

Rectify

Daniel Holden wurde als Teenager für die Vergewaltigung und Mord seiner 16 jährigen Freundin eingesperrt und zu Tode verurteilt. Nachdem er 19 Jahre lang in der Todeszelle saß wurde er wegen neuen DNA Beweisen freigelassen. Er kehrt in seine kleine Heimatstadt zu seiner Familie zurück und versucht sich langsam in einem Leben außerhalb des Gefängnisses zurecht zu finden. Dabei stößt er auf eine Menge Feindseligkeit der Bewohner, die noch immer von seiner Schuld überzeugt sind.

Rectify ist ein Slow Burn, der fast alleine von seiner Stimmung lebt. Eine wirklich schöne kleine Serie, die ich mit den wundervollen Bottle-Episodes von Enlightened vergleichen würde. 6 feine Folgen für zwischendurch und es wird eine zweite Staffel geben.

The Americans

Über The Americans schrieb ich schonmal, aber ich wollte das nochmal unterstreichen.
The Americans – hirnrekorder

Sci-Fi

Orphan Black

Solide Sci-Fi Mystery Serie, die flott startet und in Episode 5 in den nächsten Gang schaltet.
Tatiana Maslany als Darstellerin einer guten Handvoll Klons ist wohl mit Abstand die beste weibliche Performance des Jahres. Schaut sich gut weg und hat 10 Episoden.

Real Humans

Real Humans ist eine schwedische Science Fiction Drama Serie in der Androiden alltäglicher Bestandteil der Gesellschaft sind. Sie sind Arbeiter, Haushaltshilfen, sogar Liebhaber und einige von ihnen beginnen Gefühle zu entwickeln und ein selbständiges Leben zu führen, während sich eine Gruppe von Menschen zusammen tut, eine Rebellion gegen die Androiden zu führen.

Der visuelle Stil und die Erzählweise sind prima und die Serie absolut sehenswert. Es gibt 10 Episoden.

Unscripted

Anthony Bourdain: Parts Unknown

Anthony Bourdain ist einer der bekannteren amerikanischen Köche und Kochbuchautoren, hat schon einige Jahre mit seiner Sendung No Reservations auf dem Buckel und hat nun eine neue, ganz tolle Serie, in der er Länder bereist, die bisher nicht in einem besonderen kulinarischen Fokus waren, beleuchtet Land, Leute und vor allem deren Küche. Fantastisch gefilmt mit viel tollem Essen und einem sehr pragmatischen, oft angetrunkenen Bourdain, ist Parts Unknown ein Heidenspaß und sollte gesehen werden, wenn man diesem Genre etwas abgewinnen kann.
Die Folgen über Koreatown in L.A., Kanada und Peru sind meine persönlichen Favoriten in den 8 Episoden.

The Mind of a Chef

David Chang ist Koch in New York und eine sehr unterhaltsame Persönlichkeit. Im Rahmen der 16 Episoden bereist er die Orte und Menschen auf der Welt, die wichtig für seine kulinarische Ausbildung waren. Dabei kocht er herrlich unprätentiös seine Lieblingsgerichte vor, entwickelt Methoden um asiatische Geschmäcker in seinem New Yorker Reastautant nachzubilden und erfindet witzige Gerichte aus Instant Ramen.

Big Brother US

Die beste Reality TV Show aller Zeiten geht in ihre 15. Staffel und ist noch immer frisch und spannend. Das amerikanische Original hat nichts mit den deutschen oder britischen Ablegern zu tun, sondern ist aktiver Kampf um Macht und Entscheidungsgewalt im Haus, es gibt keine Zuschauerentscheidungen, sondern die Bewohner machen den Kampf um die halbe Million unter sich aus und so entspinnt sich jedes Jahr ein wilder und intrigantischer Kampf mit Allianzen und ständig wechselndem Machtgefüge darum, der letzte zu sein, der das Haus verlässt.

Wer Reality TV etwas abgewinnen kann und sich nicht von dem im Deutschland sehr negativ konnotierten Namen nicht abschrecken lässt wird mit drei Folgen pro Woche einen Heidenspaß haben. Ich schaue das nun schon seit Staffel 6 und war noch nie gelangweilt.

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