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The Great Gatsby

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Man muss den Baz Luhrmann wohl mögen, um so einen Quatsch gut zu finden. Romeo + Juliet ist zu blass in meiner Erinnerung, um mich eindeutig zu äußern, Australia hat mich nicht interessiert und Moulin Rouge! fand ich in erster Linie wegen der unpassenden Inszenierung und ganz schön doof. (Moulin Rouge – hirnrekorder)

Mit entsprechend niedrigen Erwartungen, die von diversen negativen Reviews unterstützt wurden, ging ich also in die viel zu teure, verschissene 3D Version, weil man ihn in 2D nur um 16:15 zu sehen bekommt. (Ich verkneife mir an dieser Stelle eine längeren Rant)

Ich kenne weder Buch, noch andere Verfilmungen, so dass ich annahm, dass ich wenigstens von der Geschichte unterhalten werde, wenn mir schon Luhrmanns visueller Stil nicht gefällt. Mitnichten. Die einfache Liebesgeschichte über den jungen Gatsby (DiCaprio) kann selten fesseln. Gatsby verliebt sich als Soldat aus ärmlichen Verhältnissen in Daisy (Carey Mulligan), lässt sie erstmal für ein paar Jahre stehen, um zu Reichtum zu gelangen, damit er sie standesgemäß ehelichen kann. Sie wird natürlich weggeheiratet und der Film zeigt uns, wie Gatsby versucht seine Flamme zurückzuerobern.

Leider bekommt niemand in diesem Film die geringste Möglichkeit schau zu spielen. Alles wird von lang(weilig)en Monologen und Voice Over, über den Bildschirm fliegenden Buchstaben, hektischen Kamerafahrten, schlechtem CGI und furchtbar unpassender Musik überschwemmt, dass man zwischen gähnender Langeweile und Aversion gegen das veranstaltete Affentheater ständig umher springt.

Ernsthaft. Diesen modernen Ansatz, den Baz Luhrmann in seinen Filmen fährt, ist derart unpassend in meinen Augen, dass ich nicht verstehe, was das alles vor historischem Kontext soll. Warum muss eine 20er Jahre Party mit Hip Hop und Eurodance unterlegt werden? Die Tanzmusik zu zu der Zeit ist besser, zeitloser und vor allem passender als alles, was in dieser Verfilmung aufgefahren wird.

Ich will diesen Film jetzt auch nicht zu Kleinholz verarbeiten, dafür ist er dann doch zu belanglos und vor allem nicht meins. Er war sterbenslangweilig, die Musik unpassend und der visuelle Stil unmöglich. Ein total blöder Film, der zwar niemandem weh tut, aber auch niemandem etwas bringt. Nicht einmal eine interessante Geschichte. Wer Luhrmann’s Stil gut leiden kann, wird ggf. auch etwas am Gatsby finden. Keine Ahnung.

P.S.: Zwei Punkte, die ich vergaß. Mein größtes Problem hatte ich mit der Motivation der Liebe zwischen Gatsby und Daisy. Es gibt sie einfach nicht. Wir wissen nicht, warum Daisy so besonders ist, warum Gatsby so einen Aufwand betreibt sie zurück zu erobern und entsprechend war ich keine Sekunde darin investiert, wie die Rückeroberung ausgeht.

Des weiteren ist Daisy’s Ehemann Joel Edgerton vollkommen fehlbesetzt. Dieser pumpende Proll ist in kaum glaubhaft als polospielender Aristokrat.

★★✩✩✩

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