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This Is How I Work

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Wegen This is how I work | Isabella Donnerhall und weil ich solche Posts mag, erzähle ich euch auch was dazu, wie ich arbeite (blogge).

Bloggerinnen-Typ: Im Wesentlichen Filme und Serien. Mal Musik, halb regelmäßig Links, selten anderes.

Gerätschaften digital: MacBook Pro 5,3, iPhone 5 mit den Sennheiser HD-25 Kopfhörern dran (damit ich meine Umwelt nicht hören muss), Kindle Paperwhite zum lesen, iPod nano zum Joggen.

Gerätschaften analog: Das kleine MOLESKINE cashiers Notebook in der Hosentasche, LEUCHTTURM1917 A5 dotted grid in der Umhängetasche, Pilot Hi-Tec-C Gel Ink Pen 0.4 mm schwarz, Uni-Ball Jetstream 0.7mm blau und demnächst ein TWSBI 580 mit extrafeiner Feder.

Arbeitsweise: Leicht verpeilt, wenn ich keinen Zeitdruck habe, aber wenn ich erstmal angefangen habe, dann eher konzentriert und ohne viel Pause am Stück.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?

Angefangen habe ich mit einem Wordpress, bin aber vor etwa einem halben Jahr auf Octopress umgestiegen. Octropress generiert mir eine statische Seite, die nichts dynamisch nachladen muss, ist im Wesentlichen pluginfrei, sehr flott und schluckt Markdown Dateien.

Jeder Post ist ein Textfile, das mit Markdown formatiert ist. Will ich den Post veröffentlichen, generiere ich auf meinem Rechner die Seite neu und lade sie per FTP auf den Server hoch. So sehe ich vorher, wie alles aussieht und habe vollständige Kontrolle über mein Blog. Zudem bleibt es portabel und ich muss mir keine Sorgen um Datenbanken machen, oder wie ich meine Daten da wieder herausbekomme. Nach meinem Umzug von Wordpress habe ich meine Lektion gelernt.
Die Kommentare sind bei Disqus und damit auch portabel, was ich alles total schnufte finde.

Die Artikel entstehen in einem meiner beiden Lieblingstexteditoren. Will ich in erster Linie schreiben, tue ich das in FoldingText, benötige ich mehr Funktionalität, wie Pairing, Vervollständigungen, Scripte o. Ä. mache ich das in TextMate. Textexpander greift mir mit wiederkehrendem, wie dem Postheader, meinen Sternebewertungen oder Balkendiagrammen unter die Arme.

Ist der Post fertig, lasse ich Brett Terpstras search link script drüber rennen, der meinen Artikel mit den passenden Links anreichert und fertig ist die Laube.

Ab und an gibt es meine Ausflüge ins Web, was vollautomatisierte Linkposts sind. Links, die ich für teilenswert halte hommen in Pinboard, werden mit einem bestimmten tag versehen und bekommen eine kurze Beschreibung. Ab und zu werfe ich dann ein Skript an, dass nachschaut, ob mindestens fünf neue solche Links hinzugekommen sind. Ist dies der Fall baut dieses Script daraus vollautomatisch einen Blogpost, den ich fast ungesehen so veröffentlichen kann. Nach initialem Setup ein toller Timesaver, denn was ich an einem Link so verbreitenswert finde, weiß ich am besten in der Sekunde, in der ich ihn bookmarke und nicht zwei Wochen später. Das Basisskript, was für meine Octopressinstallation noch angepasst werden musste, findet man auch bei Brett Terpstra.

An dieser Stelle sei nachdrücklich erwähnt, wie heilfroh ich bin, meine Posts nicht in einem Browserfenster eines Blogbackends zu schreiben.

Recherchieren tu ich eigentlich kaum, ausser ein paar Details in der IMDB oder Wikipedia nachschlagen.

Bookmarks, die ich regelmäßig ansurfe liegen im Chrome, der Rest seit kurzem in Pinboard.

Wo sammelst du deine Blogideen?

90% meiner Posts entstehen in dem Moment in meinem Editor, an dem ich Lust habe, darüber zu schreiben. Ein paar Themen, wie Jahresendlisten, meine TV Awards oder großen Artikel zu einer kompletten Serie, ergänze ich regelmäßig in einem Textfile, wenn eine neue Erkenntnis hinzu kommt. Diese Blogideen liegen in meinem digitalen Notizblock, der ein Ordner mit mehreren hundert Textfiles in der Dropbox ist, den ich am Rechner mit nvAlt und am Telefon mit Notesy verwalte und editiere. (Wie das genau funktioniert habe ich auch schonmal aufgeschrieben.)

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?

Schreibt eure Texte lokal und nicht in einem Textfeld im Browser, automatisiert was ihr könnt durch Skripte oder Textsnippets. So habe ich bspw. eine Automator Action auf dem Desktop auf das ich meine Bilder werfe. Diese werden dann auf meine gewünschte Breite resized, in den passenden Ordner geworfen und erzeugt den Code, den ich brauche um das Bild einzubinden in meiner Zwischenablage. Solche Dinge — neben dem automatischen Einfügen von Suchlinks o. Ä. — sparen mir einiges an Zeit.

Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?

Nicht wirklich. Jedenfalls nicht für tägliche Tasks. Ich habe eine Taskpaper Liste für Serien und Filme, die ich noch sehen möchte, ein Textfile in der ich gesehenes mit einer kurzen Wertung dokumentiere und sollte ich mal tatsächlich viele Kleinigkeiten zu tun haben, kommen die entweder in Listary oder mein kleines Notizbuch.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?

Plattenspieler (nebst Stereoanlage), Kühlschrank, Herd, Boston Shaker. Sonst bin ich erstaunlich gerätefrei.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?

Analytisch denken, neue Wissensgebiete erschließen, popkulturelle Meinungen in 140 Zeichen packen, gif’s und Schuhe sammeln, rumstullen und ja, das mit der Amazon-Wunschliste kann ich auch ziemlich gut.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?

Egal was. Ich höre immer und überall Musik, wenn ich nicht gerade Podcasts lausche. Das geht natürlich nicht beim Schreiben. Muss ich konzentriert arbeiten, läuft entweder elektronisches oder Musik, die ich in- und auswendig kenne und mich so nicht von den Lyriks abgelenkt fühle.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?

Wenn ich immer könnte, wie ich und mein Körper wollten, wäre ich eindeutig Nachtschwärmer. Da ich aber tagsüber Dinge zu tun habe und das Weib morgens ihr Frühstück haben möchte (und gemeinsames Essen für mich zu den wichtigsten Dingen gehört, wenn man sich schon tagsüber nicht sieht) zwinge ich mich gegen 02:00 ins Bett und stehe um kurz vor 07:00 wieder auf. 5h Schlaf reichen mir schon lange. Ich halte schlafen für Zeitverschwendung.
Am produktivsten bin ich jedenfalls nach Einbruch der Dunkelheit.

Eher introvertiert oder extrovertiert?

Introvertiert. Wenn ich nichts zu sagen habe, lass ich es auch. Wenige Menschen teilen meine Interessen in meinem Ausmaß, so dass ich es genieße, meine Meinung in diversen Kanälen im Netz abzulassen. Die Wenigsten, die ich privat kenne, setzen sich so intensiv mit den Dingen auseinander, die mir wichtig sind.

Fröne ich jedoch meiner anderen Leidenschaft, den guten Drinks, lasse ich meine Hüllen fallen und schwalle alle, die nicht bei drei auf den Bäumen sind, für den Rest der Nacht zu.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?

Jeder, der etwas dazu zu sagen hat.

Der beste Rat, den du je bekommen hast?

“Fang bloß nicht an Mathe zu studieren. Das hat mich 10 Jahre meines Lebens gekostet und nicht besonders viel gebracht.” — mein Vater

10 Jahre später weiß ich genau, was er meint. (Ich habe seinen Rat nämlich nicht befolgt.)

Noch irgendwas wichtiges?

Redet und schreibt über das, was euch am Herzen liegt, nehmt kein Blatt vor den Mund, lasst euch diesen nicht verbieten, ignoriert Idioten und schaut mehr gutes Fernsehen und Filme, die älter sind als ihr (oder eure Eltern) und verlasst hin und wieder die plattgetretenen Pfade des Mainstreams. Es gibt so viel gutes ungeschliffenes zu erleben.

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