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Sneak Peek: Dead Man Down

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(Christoph ist Gastautor und schreibt hier Kritiken zu Filmen, die er in der Sneak Preview gesehen hat.)

Inhalt

Victor (Colin Farrell) ist ein Handlanger des Mafia-Bosses Alphonse (Terrence Howard) und plant die Rache an den Mördern seiner Familie. Die Sache verkompliziert sich, als ihm seine Nachbarin Beatrice (Noomi Rapace) eröffnet, dass sie ihn dabei beobachtet hat, als er einen Mann getötet hat. Sie droht damit ihn zu verraten, sollte er nicht den Mann töten, der für den Unfall, der ihr Gesicht entstellt hat, verantwortlich ist.

Dead Man Down

Kurzkritik

Dead Man Down ist das englischsprachige Spielfilmdebut des dänischen Regisseurs Niels Arden, der sich zuletzt für den ersten Teil der (Millenium-Trilogie Verblendung (2009) verantwortlich zeichnete.

Halb Rachethriller, halb Charakterstudie über die Folgen von Rache und die Überwindung von Schicksalsschlägen weist Dead Man Down durchaus Parallelen zu Ardens letztem Film auf. Auch dieses Mal tun sich die beiden Protagonisten zusammen um einen Plan auszuführen, während sie nebenbei auch noch Empfindungen füreinander entwickeln. Arden inszeniert seinen Film durchaus solide und hält ihn passend zur neo-noir angehauchten Handlung in düsteren, blau-grauen Farben. Die spärlich über den Film verteilten Actionszenen sind anständig, wenn auch nichts Besonderes und leiden ab und an unter zu unruhiger Kameraführung sowie hektischem Schnitt. Auch seine Darsteller vermag Arden mit sicherer Hand zu führen und gerade aufgrund der Spielfreude der recht hochkarätigen Besetzung mit Colin Farrell, Noomi Rapace, Terrence Howard, Dominic Cooper und Isabelle Huppert ist es zu verdanken, dass der Film über weite Strecken zu unterhalten weiß und einigermaßen über einige Schwächen hinwegzutäuschen vermag. Gerade Rapace und Farrell sind in der Lage durch ihre gute zwischenmenschliche Chemie und ihr überzeugendes Spiel die im Drehbuch vorhandenen Löcher in der Charakterzeichnung ein wenig auszufüllen.

Allerdings sind es auch gerade diese Szenen, die für unnötige Längen sorgen. Da hätten einige Straffungen gut getan, denn hier versucht man den Film tiefgründiger erscheinen zu lassen als das Drehbuch einerseits überhaupt hergibt und andererseits für einen solchen Film eigentlich nötig ist. Darüber hinaus hätte auch der ein oder andere unnötige Nebenhandlungsstrang gekürzt oder gar komplett gestrichen werden können. Es ist also das unausgegorene Drehbuch, auf das die meisten Probleme des Filmes zurückzuführen sind. Gerade gegen Ende wird das offensichtlich und ärgerlich, als man sich dafür entscheidet, den Film eine schon lange vorhersehbare, langweilige, abgedroschene und schon häufig gesehene Wendung vollziehen zu lassen. Immerhin führt die zu einem explosiven Showdown. Unterm Strich ist Dead Man Down als Rachethriller/-drama ganz passabel, aber wahrlich nichts Außergewöhnliches.

Punkte: 6 von 10
Kinostart: 04.04.2013

Trailer

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