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Sneak Peek: Safe Haven

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(Christoph ist Gastautor und schreibt hier Kritiken zu Filmen, die er in der Sneak Preview gesehen hat.)

Inhalt

Auf der Flucht vor der Polizei verschlägt es Erin Tierney (Julianne Hough) in das beschauliche Städtchen Southport in North Carolina, wo sie auch schnell Fuß fassen kann. Sie findet einen Job in einem Hafenlokal, mietet ein hübsches Häuschen im Wald und schließt eine Freundschaft mit ihrer Nachbarin Jo (Cobie Smulders). Eine weitere Freundschaft mit dem Alleinerziehenden Alex (Josh Duhamel) wird schon bald zu Liebe, doch dann holt sie ihre Vergangenheit ein…

SafeHaven

Kurzkritik

Man kennt dieses Schema der Nicholas Sparks Buchverfilmungen. Aus irgendeinem Grund verschlägt es den/die Protagonisten/in in eine abgelegene, aber irgendwie idyllische Gegend, es wird nach kurzen Anlaufschwierigkeiten schnell romantisch, dann ein bisschen Drama, gerne auch noch etwas Tragik kurz vor Ende – vorzugsweise in Form eines Todesfalls, Krebs eignet sich da hervorragend als Ursache – und am Ende sind doch alle irgendwie glücklich. Manchmal funktioniert das auch gut, im Falle von Safe Haven allerdings in keinster Weise.

Das Schema bleibt das gleiche, wir haben die üblichen eindimensionalen Pappfiguren der sympathischen Blondine, von der wir natürlich sicher sind, dass irgendein Missverständnis mit der Polizei vorliegen muss, dem wunderhübschen Hinterwäldler, der sich mit Hilfe der Blondine vom Schicksalsschlag des Todes seiner Frau erholt, außerdem die idyllische Kleinstadt, in der keiner wirkliche Probleme zu haben scheint und natürlich eine große Wendung zum Schluss, es ist alles da. Und dann wäre da noch der alkoholabhängige Polizist (David Lyons), der unermüdlich auf der Jagd nach der Blondine, die sich nun Katie nennt, ist. Das will so gar nicht zusammenpassen und leider ist das auch dem sonst so talentierten Regisseur Lasse Hallström nicht wirklich gelungen.

Zwischen dem romantisch-melodramatischen Geschehen in Southport und den Polizeiermittlungen entsteht immer wieder ein Bruch, sie harmonieren weder inhaltlich noch stilistisch miteinander. Man hat eher das Gefühl zwei Filme zu sehen, einen schmalzigen Liebesfilm und einen schlechten Thriller, ein gut ausgearbeitetes Drehbuch gab es offenbar für beide nicht, ebenso wenig wie es auch nur annähernd intelligente Dialoge gibt. Dass die Handlung vorhersehbar ist, überrascht nicht weiter, auch wenn Nicholas Sparks durchaus versucht hat, für Abwechslung zu sorgen indem er eine Wendung und noch eine große Enthüllung einbaut. Doch erstere ist so haarsträubend, dass sie die erste Hälfte des Filmes fast überflüssig macht und zweitere sieht man schon meilenweit kommen, wünscht sich aber permanent, es möge nicht so kommen, nein, bitte nicht so eine hirnrissige Enthüllung, bitte, bitte nicht! Doch dann kommt sie doch und der Zuschauer schlägt schreiend die Hände über dem Kopf zusammen.

Es gibt schon einen Grund, warum man das Genre “romantischer Thriller” nicht oft hört. Dieses Experiment ist eindeutig nicht gelungen und was bleibt ist eine merkwürdige Mischung zwischen langweiligem Thriller und übermäßig melodramatischer, schmalziger, kitschiger, banaler, unlogischer und schlicht nerviger Liebesschmonzette.

Punkte: 3 von 10
Kinostart: 07.03.2013

Trailer

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