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Sneak Peek: Get the Gringo

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(Christoph ist Gastautor und schreibt hier Kritiken zu Filmen, die er in der Sneak Preview gesehen hat.)

Inhalt

Mit jeder Menge geklautem Geld schafft es ein namenloser Berufsgauner (Mel Gibson), meist schlicht “Driver” genannt, gerade so, sich vor der amerikanischen Polizei über die Grenze nach Mexiko zu retten. Doch dort wird er von den korrupten mexikanischen Gesetzeshütern aufgegriffen, die das Geld kurzerhand einstecken und ihn ohne Prozess in den Knast stecken. Mit der Hilfe eines kleinen Jungen (Kevin Hernandez) lernt er in dem Gefängnis, das eher eine abgegrenzte Stadt voller Krimineller mit eigener Gesellschaftsstruktur ist, zu überleben und plant seine Flucht.

Get the Gringo

Kurzkritik

Mel Gibson hatte es nicht leicht in den letzten Jahren. Nach einigen filmischen Misserfolgen und vor allem seinen unvorteilhaften antisemitischen Äußerungen schien das Ende seiner Karriere fast schon besiegelt. Doch der Mann ist seines eigenen Glückes Schmied, schrieb ein Drehbuch und produzierte kurzerhand auf eigene Faust Get the Gringo, in dem er auch die Hauptrolle spielt.

Gibson schafft es fast schon überraschenderweise eine ungemein sympathische Hauptfigur anzulegen, die aber gleichzeitig dennoch eine knallharte Drecksau ist. Während er Wege sucht, in der Hierarchie der Gefängnisgesellschaft aufzusteigen lernt er einen 10-jährigen Jungen kennen, der einen Rachefeldzug gegen den Mörder seines Vaters plant. Wie sich herausstellt, hat auch der Driver Probleme mit seinem Vater gehabt, die beiden verstehen sich also auf Anhieb und verbünden sich. Es wirkt zunächst ganz schön krass und höchst fragwürdig, dass der Driver einem Jungen Unterstützung bei einem Mord zusagt, doch glücklicherweise bleibt das nicht im Zentrum der Handlung. Der Junge ist offenbar etwas Besonderes und herauszufinden, was ihn so einzigartig macht, ist durchaus unterhaltsam, auch wenn die Lösung ganz schön abstrus und abgehoben ist. Doch letztlich passt dieser Nebenplot gut ins Gesamtbild, denn der Film nimmt sich alles andere als ernst.

Knallharte Action und humorvolle Sprüche gehen Hand in Hand und auch für einige ruhigere Momente findet man Zeit, ohne jedoch die Luft rauszunehmen und den Spannungsbogen aus den Augen zu verlieren. Regisseur Adrian Grunberg, ehemals Regieassistent von Mel Gibson bei Apocalypto, schafft es zwar nicht immer, die verschiedenen Elemente ausgewogen zu vereinen, macht dies aber mit einer herrlich schmutzigen Optik und immer wieder kreativen Actionsequenzen schnell vergessen.

Get the Gringo besitzt jede Menge B-Movie-Charme, eine gute Portion Humor und ordentliche Action. Wenn man nicht zu viel darüber nachdenkt, wird man gut unterhalten.

Punkte: 7 von 10
Kinostart: 28.02.2013

Trailer

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