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Hotaru No Haka (Grave of the Fireflies)

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Plot

Wir befinden uns im Japan des zweiten Weltkrieges und begleiten ein Geschwisterpärchen bestehend aus dem Teenager Seita und seiner etwa 5 Jahre alten Schwester Setsuko, die bei einem der allgegenwärtigen Bombenangriffe Haus und Mutter verlieren. Da ihr Vater im Krieg kämpft, sind die Beiden ganz auf sich alleine gestellt und suchen erst einmal Obhut bei ihrer unfreundlichen Tante, die so ungastlich ist, dass es sich Bruder und Schwester in einer Höhle häuslich einrichten und versuchen trotz Mittellosigkeit und sehr knappem Essen zu überleben.

Grave of the Fireflies

Kritik

Auch wenn ich mich nicht besonders im japanischen Anime auskenne, bin ich der Meinung, dass dieser Stil besser als alles andere — egal ob amerikanischer Zeichenstil oder Live Action — zur Geschichte passt. Die pastelligen Hintergründe, die detaillosen Gesichter und wenigen Frames pro Sekunde verhindern, dass der Fokus auf der Action der Bombenangriffe und der dadurch ausgelösten Panik liegt, sondern sich mit den emotionalen Konsequenzen auseinandersetzt.

Isao Takahata nimmt sich Zeit mit den Figuren, ihren Eigenarten und deren Umgebung. Lange werden die Einstellungen auf gewisse Szenen gehalten, nachdem sie schon lange ausgespielt sind, nur um dem Zuschauer Gelegenheit zu geben, das Gesehene zu verarbeiten und den emotionalen Impact voll abzubekommen. Gerade diese bewusste Langsamkeit, die der Erzählung einen sehr passenden Rhythmus gibt, macht diese wahnsinnig traurige Geschichte für mich so effektvoll. Hier wird nicht von Szene zu Szene gehastet, sondern die Freude an frischem Wasser, das aus einer geplatzten Wasserleitung strömt oder dem Ritual des gemeinsamen Fruchtbonbonlutschens mit viel Liebe zum Detail gezeigt. So lernen wir die Protagonisten kennen und die schönen Seiten in ihrem tristen Alltag schätzen.

Grave of the Fireflies ist ein Kriegsfilm, der nicht — wie viele andere — seinen Fokus auf die Action legt, sondern eine sehr traurige, menschliche Geschichte in diesem Kontext erzählt. Im Verlauf des Filmes pflanzt Takahata ein zartes Pflänzchen der Hoffnung in einem, hegt und pflegt es, nur um es zum Ende vollkommen zu zerstören.

So lange nach dem Ende eines Filmes hielt die tiefe Traurigkeit, die dieser Film in mir auslöste, bei kaum einem anderen bisher (mit Ausnahme des Six Feet Under Finales vielleicht). Als ich eine Stunde später ein paar Notizen niederschrieb, kullerten mir wieder und wieder Tränen hinunter, so hat mich dieser Film bewegt.

Da ich in erster Linie danach gehe, wie ein Film körperlich auf mich wirkt, ist Grave of the Fireflies wohl auf Platz 1 der animierten Filme bei mir gerutscht und ich kann nicht anders, als ihn jedem, aber wirklich jedem zu empfehlen.

★★★★★

Trailer

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