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Sneak Peek: Into the White

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Inhalt

Norwegen, im April 1940. Ein deutsches und ein britisches Flugzeug schießen sich gegenseitig ab. Zufällig finden sowohl die drei überlebenden Deutschen, als auch die beiden britischen Piloten in der selben Jagdhütte Zuflucht. Zunächst kämpfen sie darum, wer die Oberhand behalten soll, bis sie einsehen, dass sie im Kampf ums Überleben zusammen arbeiten müssen. Es ist der Beginn einer unerwarteten und ungewöhnlichen Freundschaft.

Kurzkritik

Man kennt diese Art Film. Die Feinde, die sich in einer ungewöhnlichen Situation zusammenraufen müssen um sie gemeinsam zu meistern und am Ende auch noch zu Freunden werden. Man könnte dem Film also von vornherein seine Vorhersehbarkeit vorwerfen, doch darauf kommt es in einem solchen Fall ja gar nicht an. Schließlich basiert er auf wahren Begebenheiten und so hat es sich nun einmal zugetragen. Die Botschaft des Sieges der Menschlichkeit über politische Differenzen hinweg ist zeitlos und das worauf es letztlich ankommt ist der Weg wie man zu diesem Ergebnis kommt.

Genau das schaffen die Macher von Into the White überzeugend darzustellen. Versuchen die beiden Parteien zunächst noch, sich an all ihre Vorschriften zu halten und sich gegenseitig zu Kriegsgefangenen zu machen, bauen sich langsam die Grenzen ab. Sie beginnen, sich allmählich gegenseitig zu verstehen und Vorurteile abzubauen. Mit diesen Vorurteilen spielt der Film geschickt, ohne seine Figuren je zu klischeehaften Pappfiguren verkommen zu lassen. Aufgelockert wird das Geschehen immer wieder von überraschend witzigen Momenten, die erstaunlich gut funktionieren und häufig gar dabei helfen, die Entwicklung der individuellen Freundschaften glaubhaft zu machen.

Etwas arg platt geraten ist allerdings die Metapher der Abkehr der Deutschen von der Nazi-Ideologie in Form des Verbrennens einer (auch noch signierten) Kopie von Mein Kampf. Ebenso hätte man die Botschaft des Filmes am Ende dem Publikum nicht noch einmal mit pathostriefenden Texteinblendungen eintrichtern müssen. Es ist darüber hinaus in der deutschen Fassung ein Problem, dass beide Parteien in einem eigentlich bilingualen Film perfektes deutsch miteinander sprechen. Dies ist gerade zu Beginn problematisch, da es einige Szenen gibt, in denen die fragenden Gesichter eindeutig zeigen, dass man sich eigentlich noch nicht gegenseitig versteht. Am Ende bleibt Into the White dennoch ein gelungener Film mit einer zeitlosen Botschaft auch wenn es durchaus schon bessere Filme seiner Art gibt (z.B. No Man’s Land und Merry Christmas).

Punkte: 7 von 10

Kinostart: 31.01.2013

Trailer

(Christoph ist Gastautor und schreibt hier Kritiken zu Filmen, die er in der Sneak Preview gesehen hat.)

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