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The Bourne Legacy

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Nachdem The Bourne Ultimatum bereits eine schlechte Kopie von The Bourne Supremacy war, die nichts, aber auch gar nichts dem Bourne Universum hinzufügte, stellt sich die Frage, was nach so einem mittelprächtigen Film in dieser Reihe noch kommen kann und wohin sich diese Filmreihe, die so gut begann, entwickeln kann, um frisch zu bleiben.

Plot

Aaron Cross (Jeremy Renner) befindet sich in den Bergen, als Edward Norton beschließt alle alle geheimen Superkillerprogramme zu schließen und die entsprechenden Agenten umbringen zu lassen, zu denen auch Cross gehört. Er überlebt, hat aber so gut wie nichts mehr von seiner Superkillerdroge, die ihn auf Superkillerniveau hält und reist zu seiner Lieblingsdoktorin (Rachel Weisz), die glücklicherweise die einzige Überlebende eines anderen Anschlags ist. Gemeinsam jetten sie um die Welt, um Cross davor zu bewahren wieder der dumme Soldat zu werden, der er vor dem Superkillerdrogenprogramm war. So einfach, so dämlich.

Kritik

In der ersten Hälfte von The Bourne Legacy passiert so gut wie gar nichts. Tony Gilroy versucht die Bilder, die über die Leinwand flitzen dadurch interessant zu machen, indem alles was gesagt oder getan wird kryptisch ist und erstmal nicht weiter erklärt wird.
Das ist im Wesentlichen der gleiche Trick, wie ihn Gilroy in Duplicity versucht, nur dass die Figuren dort ziemlich clever sind, eine Menge Spaß haben und so dem Zuschauer Spaß machen.
Jeremy Renner, unsere zentrale Figur dieses Mal, tut das nicht. Genauso wenig, wie seine weibliche Begleitung Rachel Weisz, die nichts tut, ausser ein wenig Szenenschmuck und das typische tag along girl zu sein.

Die zweite Hälfte des Films ist bloß eine lange Reise rund um den Planeten ohne jedwede Bedeutung für irgendwen und endet irgendwie auch nur deshalb, weil der Film eh schon viel zu lang ist und die bekannte Abschlussmusik anfängt zu spielen. Cross hat zwar egoistischer Weise sein Drogenproblem gelöst und damit die Philippinen in Schutt und Asche gelegt, aber weder etwas am Grundproblem geändert, noch Teile der Verschwörung aufgedeckt.

Was die ersten drei Teile so interessant machte — und so auch dem schlechten dritten Teil eine gewisse Relevanz gibt — ist die Reise, die der Zuschauer zusammen mit Jason Bourne unternimmt. Wir beobachten ihn, wie er erst herausfindet, wer er ist, bei der Auseinandersetzung mit den furchtbaren Dingen die er tat, um am Ende Teile dessen wieder versucht gut zu machen.
Teil vier hat damit gar nichts zu tun. Wir sehen einen Held, von dem wir ausser einer halbherzigen Backstory nichts wissen, der versucht am Leben zu bleiben und im Endeffekt von reinem Egoismus getrieben ist.

Zudem ist The Bourne Legacy nicht in der Lage, die gute und die böse Seite zu etablieren. Edward Norton soll wohl der Böse in der Geschichte sein, dabei ist er nur derjenige, der den ganzen Scheiß, den alle anderen vor ihm fabriziert haben, aufräumt, ohne dabei zu viel Lärm zu machen. Und dann kommt Aaron Cross daher, legt diverse Polizisten aus aller Herrenländer um und zerlegt eine ganze Stadt. Und warum? UM SICH EINE VERDAMMTE SPRITZE SETZEN ZU LASSEN!
Aber auch hier wird eine immense Chance vergeben Spannung in die Geschichte zu bringen. Es geht, wie bereits angesprochen, nur darum, Cross dauerhaft auf dem gesteigerten geistigen Level zu halten, den er mit seiner Superspydroge erreicht. Die geht ihm in der Mitte des Films aus, deshalb die Jagd nach der tollen Spritze.
Warum zum Teufel sieht man ihn nicht mit dem “Entzug” kämpfen? Cross hat einmal kurze Ermüdungserscheinungen und nach der Spritze einen kleinen Schwächeanfall und das wars. Das ist doch scheiße.

Der Film krankt außerdem daran, ein Fundament für ein neues Filmfranchise zu sein. Wir wissen von Anfang an, dass Aaron Cross nichts passieren wird, sondern die ganzen 135 Minuten Setup für viele weitere Teile sind, entsprechend endet der Film — nämlich gar nicht — und ist somit nichts weiter als ein glorifizierter TV Pilot.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass The Bourne Legacy mangels (guter) Actionsequenzen — eine in der Mitte des Films einmal ausgenommen — nicht als Actionfilm funktioniert, was Ultimatum wenigstens schaffte, als Thriller wegen fehlender Spannung scheitert und kein Drama ist, weil es keinen echten Storyarc oder interessante Figuren hat. Eine Fehlleistung auf ganzer Linie.

★★✩✩✩

Die Bewertung aller 4 Teile im Vergleich:

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Trailer

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