<

hirnrekorder

film - fernsehen - musik - zeug

Die Ersten Piloten Der Fall-Season 2012

| Comments

Revolution

Plot

Eines Tages gibt es einen weltweiten dauerhaften Stromausfall, der alles lahmlegt, was in irgendeiner Form Strom benötigt, also neben dem offensichtlichen wie dem Strom aus der Steckdose auch vollgeladene Akkus oder Motoren. Es kommt, wie es kommen muss, Regierungen brechen zusammen, Städte werden unbewohnbar, Anarchie bricht aus.

15 Jahre später steigen wir mir der Serie ein. Die Meisten sind aufs Land gezogen, um Landwirtschaft zu machen und kleinen Zusammenschlüssen aus 10-30 Häusern zusammen zu leben.
Es hat sich aber auch eine Miliz gebildet, die mit Mord und Totschlag versucht halbwegs Struktur in das sonst rechtslose Leben zu bringen.

Eines Tages schneit eine Truppe der Miliz in den kleinen landwirtschaftlichen Verbund unserer Protagonisten hinein und will einen von ihnen mitnehmen, da sie vermuten, er hätte Informationen zum Blackout. In einer Schießerei kommt dieser ums Leben, dafür nehmen sie seinen Sohn mit. Warum.auch.immer.

Jedenfalls gibt es jetzt einen Grund, dass seine Schwester mit ein paar Nasen zusammen durch das gesetzlose Land ihrem Bruder hinterher jagen kann, woraus die ersten beiden Folgen auch ausschließlich bestehen.

Kritik

Schön. Eine neue Mystery Show also, die nicht weiß was sie will. Zum Einen gibt es diesen Stromausfall, von dem scheinbar einige die Hintergründe wissen und sogar lokal Strom erzeugen können und zum Anderen diese dämliche Jagd nach dem Bruder.

Das Mysterium ist so uninteressant, wie vorhersehbar (sicher war die Welt in irgend einer Form kurz vorm Untergehen und man zog, um das zu verhindern, den zentralen Stromstecker). Wenn der Sender nicht total bescheuert ist, wird der genaue Grund zum Ende der ersten Staffel aufgelöst und angefangen zu untersuchen, ob die damalige Gefahr gebannt ist, den Strom wieder anstellen und das Land wieder neu aufgebaut, was tatsächlich sehr interessant werden könnte.

Aber auch das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Zu wenig traut der Sender seinem Publikum zu. Sie verwässern das Mysterium durch diese belanglose Familiengeschichte, die niemand sehen will, um ein breiteres Publikum anzusprechen, bauen sich damit aber eine derart uninteressante Serie für beide Parteien, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass Revolution in eine zweite Staffel geht.

Eine herbe Enttäuschung, da ich mir vom Setup weit mehr versprochen habe und ich Giancarlo Esposito (Gus Fring in Breaking Bad) als fiesen Menschenjäger ala Hans Landa (Inglorious Basterds) als perfekte Besetzung empfinde. So wird Revolution aber, genau wie Flash Forward und The Event, in der totalen Belanglosigkeit verschwinden. Und diese Technologiekritik, die sie mit dem Vorschlaghammer ausführen, können sie sich auch schenken.

★★✩✩✩

P.S.: Zu diesem ganzen Quatsch verstehe ich auch die Hälfte der Serie nicht. Warum funktionieren Musketen, aber keine Pistolen oder modernere Gewehre? Warum wohnen unsere Protagonisten direkt an einem zugewuchterten Spielplatz, wo auch 15 Jahre später noch immer Schrott herum liegt? Genug Zeit, um mal ein wenig aufzuräumen hätten sie ja. Und warum benutzen die Leute, die zwischendurch mal das Licht anknipsen können uralte Computer, mit Bauteilen, die viel zu viel Strom verbrauchen und benutzen die ältesten Kommunikationsprotokolle, wenn sie doch sowieso so etwas wie ein funktionierendes Internet haben müssen, um diese Kommunikation zu bewerkstelligen und damit auch weit effektiver kommunizieren könnten.

Das sind doch alles nur halbgare Ideen, die mich als Zuschauer so sehr nerven, dass ich mich nicht einmal auf gute Storyentscheidungen konzentrieren könnte, wenn denn mal welche kämen.

Trailer

Last Resort

Plot

Ein Atom U-Boot schippert durch die Weltmeere und bekommt über einen zwielichtigen Rückkanal den Befehl Pakistan mit ein paar Atomraketen zu beschießen. Dem Kapitän ist das nicht ganz geheuer und fragt an offizieller Stelle nochmal nach. Das finden die nicht so toll und erklären auf einmal dieses U-Boot als Ziel Nummer 1.

Nach ein paar Ausweichmanövern landen sie vor einer kleinen Insel im Indischen Ozean, auf der ein kleiner Drogenbaron sein Unwesen treibt, okkupieren diese, schießen den USA eine Atomrakete vor den Bug und erklären eine 200 Meilen Zone um die Insel herum.

Von nun an muss die Crew herausfinden, was genau schief gelaufen ist und all die Hintergründe aufdecken, damit sie wieder nach Hause gehen können.

Kritik

Die erste Hälfte des Piloten ist Crimson Tide, also U-Boot Drama vom Feinsten aber insgesamt tonal all over the place. Mal todernst, dann komisch, oft cheesy und manchmal total hölzern. Mal schauen, wo es sich einpendelt. Ich hoffe ja, es bleibt vor allem cheesy und over the top.

Das Setup ist natürlich ähnlich hahnebüchen, wie Revolution, but it FUCKING goes there! Last Resort bekennt sich zur Serie, die sie ist und macht — auf den ersten Blick jedenfalls — keine Kompromisse. Ich habe das Gefühl, dass in dieser Serie die verrücktesten Dinge möglich ist, weil ihre Prämisse so weit weg von der Realität ist wie beispielsweise LOST. Sie erzählen nicht vonwegen “beruht auf einer wahren Begebenheit” oder so, sondern legen sich keinerlei Grenzen auf.

Mit etwas Glück bekommen wir hier eine wahnsinnige Actionserie, mit 80er Jahre Helden und Geschichten, die wir noch nie gesehen haben. Dass Shawn Ryan (The Shield, Terriers) mit am Steuer dieser Serie sitzt stimmt mich immerhin sehr optimistisch. Hier werde ich auf jeden Fall noch ein paar Folgen dran bleiben.

Trailer

Comments