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The Cabin in the Woods

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Wer bei The Cabin in the Woods einen klassischen Slasher by the numbers erwartet, sollte diese Erwartungen stark anpassen.

Um ein wenig Appetit anzuregen, sei nur so viel gesagt, denn der Film macht mehr Spaß, je weniger man über die Details weiß. Joss Whedon dekonstruiert hier ziemlich meisterhaft das Horrorgenre und reichert den Film mit seinen typischen Dialogen an. Mindestens eines kann ich versprechen, er wird überraschen und gefiel mir sehr gut, obwohl ich wirklich kein Fan des Genres bin.

Cabininthewoods

*Spoilers coming up!*

Kritik

The Cabin in the Woods ist kein guter Horrorfilm. Im Gegenteil. Es ist ein generischer Standardslasher vollkommen by the numbers in dem die generische Gruppe Teenager aus Jock, Schlampe (Sorry), fleißiger Student, Jungfrau und Stoner in das generische abgelegene Örtchen fahren — hence the title — und nach und nach abgeschlachtet werden.

Doch das ist nur der halbe Film. Die andere Hälfte besteht aus einer hochtechnisierten Organisation, die dieses Horrorszenario inszeniert. Man beobachtet den Kontrollraum, aus dem Bradley Whitford (Josh aus The West Wing) und Richard Jenkins (Nathaniel aus Six Feet Under) heraus das Szenario in allen Feinheiten gesteuert wird. Die beiden kauen grandios auf den Dialogen herum und haben sichtlich Spaß daran.

Der große Twist an der Nummer ist, dass diese Organisation mit den bösen Göttern aus der Unterwelt einen Pakt schlossen, in regelmäßigen Abständen eine Gruppe Teenager, wie oben beschrieben, mit Hilfe einem von vielen der Monster aus der Unterwelt zu opfern.
Dabei fungieren die beiden als Regisseure und die Götter als Publikum. Bedenkt man, dass das Töten von Teenagern mittels dieses Szenarios deren Tagesgeschäft ist, wird klar, dass sie sich keine aufregende Geschichte mit Twists und Wendungen einfallen lassen. Der Zuschauer soll bloß bei Laune gehalten werden, damit diese nicht böse werden und die Erde wieder unterjochen. Dabei werden genretypische Standards bedient, wie beispielsweise mittels chemisch veränderter Haarblondierung die kognitiven Fähigkeiten einzuschränken um so aus einer cleveren Brünetten eine dumme Blondiene zu machen. Es gibt neben der genretypischen Teenagerzusammenstellung noch weitere Beispiele.

Mit dieser Dekonstruktion des Horrorgenres gelingt Joss Whedon ein sehr unterhaltsamer Film, der gleichzeitig als Kritik an dem modernen amerikanischen Horrorgenre ist. Es wird zu sehr mit den immergleichen tropes hantiert und wenig innovatives versucht.

The Cabin in the Woods setzt sich über diese Genregrenzen mühelos hinweg, wenn er auch seine Schwächen hat. So hätte ich gerne mehr Zeit im Kontrollraum und den Dingen, die dort im Hintergrund ablaufen verbracht, verstehe aber, dass dieser Film enorm schlank und fokussiert sein will. Am Ende aus diesen 2 Horrorfilmen im großen Finale einfach mal alle Horrorfilme zu machen, wenn der Organisation die ganze Scheiße gehörig um die Ohren fliegt, versöhnt gehörig.

Da The Cabin in the Woods es schafft sowohl eine solide Inkarnation des Genres zu sein, als auch dieses zu kommentieren, bekommt er von mir knappe…

★★★★✩

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