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Weeds

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In Amerika startet gerade die 8. und letzte Staffel Weeds, was bisher vollkommen an mir vorbei gegangen ist. Jedenfalls nahm ich das zum Anlass, um sie mir einmal anzuschauen.

Es gab genau zwei Aspekte, die ein Interesse in mir weckten. Die Prämisse und die weibliche Hauptrolle, gespielt von Mary-Louise Parker, die mir schon in The West Wing sehr gut gefiel.

Plot

Weeds ist Desperate Housewifes meets Breaking Bad. Nancy Botwin (Parker) lebt in einem fiktiven Vorort, hat zwei Kinder und einen kürzlich verstorbenen Ehemann, keinen Job und ergo Geldprobleme, die sie versucht durch das Dealen von Drogen zu lösen.

Als die Serie beginnt ist sie noch recht neu im Geschäft und recht unbeholfen. Nach und nach wird ihr Drogenimperium immer größer und damit auch ihre Probleme.

Kritik

Folgendes vorweg. This show is fucking terrible!

Wer bitte denkt sich diese Storylines aus? Die einzige Konstanz, die es gibt ist, dass Nancy von einem Kackhaufen in den nächsten tritt. Ich habe ja schon öfter geschrieben, dass ich ein riesiges Problem damit habe, wenn Storylines nur durch die Dummheit der Protagonisten angestoßen werden.
Es ist bei jedem einzelnen vollkommen unklar, warum derjenige in ihr Team aufgenommen wird. Jeder ist harter Kiffer und niemand hat irgendeine Kompetenz, die einen festen Anteil am Business rechtfertigen würde. Im Gegenteil. Sie sorgen für so viel und ständige Unruhe, dass es ihr extrem schadet. Darüber hinaus ist Nancy dermaßen unvorsichtig und naiv, wie niemand sein würde. Jeder in ihrer Umgebung bekommt mit der Zeit mit, was sie tut und niemand hat so richtig ein Problem damit. Die Meisten werden einfach in ihr Team aufgenommen, werden bezahlt, aber wirklich was leisten tun sie nicht. An einem gewissen Punkt hat sie ein Team aus über zehn Personen, die fast alle Stoner sind und entsprechend so viel Scheiße bauen, oder Geld abzwacken, dass Nancy quasi alle 3-5 Folgen wieder bei Null anfangen kann. Das wird mit der Zeit so ermüdend, dass man in keine Storyline mehr investiert ist, weil ihr momentanes Problem 2 Folgen später durch ein beliebig anderes ausgetauscht wurde.

Das Schlimmste, diese bescheuerten Aktionen sind nichtmal komisch, sondern nerven bloß. Breaking Bad zeigt, dass man auch mit einer ernsthaften Behandlung der Thematik viel Komik erzeugen kann, die weit natürlicher ist.
Da fragt man sich, was Weeds eigentlich sein will. Drama, Comedy, spannend, komisch, seichte und hirnlose Nebenbeiunterhaltung? Irgendwie ist es nichts davon.

Normalerweise stören mich die Heranwachsenden in Serien am meisten. Bekommen stereotype 08/15 Storys, können nicht spielen, verschwenden am ehesten wertvolle Zeit und sind meist diejenigen, die durch Dummheiten Drama erzeugen sollen. Auch wenn die Kinder hier nicht besonders gut sind, so sind sie immerhin nicht das größte Problem.
Die Hauptfigur wird leider nur auf einen dummen Arsch auf zwei Beinen degradiert und auch alle anderen Charaktere sind bloß eindimensional, haben maximal zwei Charaktereigenschaften und sind einfach nicht lustig, intelligent, gewitzt oder von sonst einer positiven Qualität durchsetzt. Doch es gibt eine Ausnahme. Die leicht übergewichtige Nachbarstochter, die sieben Jahre später die noch weniger übergewichtige Nachbarstochter in Suburgatory spielt, ist einfach großartig. Die Hassbeziehung zu ihrer Mutter und der herrliche angepisste Gesichtsausdruck sind das Einzige, was mich in drei Staffeln zum Lachen brachte.

Genau. Drei(!) Staffeln habe ich diese Serie jetzt ausgehalten. In dieser Zeit hat Nancy scheinbar einmal alles mitgenommen, was einem als Drogendealer so passieren kann und verlässt nun ihren kleinen Vorort, um woanders ihr Unwesen zu treiben. Ich denke, da kommt nicht mehr wirklich was neues und wie ich hörte, sind die ersten Staffeln sowieso die besseren. Ich habe also keinerlei Interesse daran, noch einmal zu dieser Serie zurückzukehren. Es gab in diesen knapp 40 Folgen nichts, aber auch gar nichts, was mich auch nur halbwegs begeistert hätte, also wird es Zeit auszusteigen.

Empfehlen würde ich Weeds wahrscheinlich nur denjenigen, die auch die letzten 2-3 Staffeln Californication mochten. Es geht um nichts und man sieht hier und da, wie ein paar Pärchen herumvögeln.

★★✩✩✩

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