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Welt Am Draht #50in50

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Mal wieder was deutsches sollte es sein. Ein Klassiker zudem. Und eine bisher klaffende Lücke wenigstens ansatzweise gefüllt werden.
Es bot sich ein Film von Rainer Werner Fassbinder an, dessen Filme mir bisher gänzlich unbekannt waren. Also die atemberaubende Criterion Edition eingelegt und los gings.

Worldona Wire

Plot

Im Institut für Kybernetik und Zukunftsforschung wurde ein Supercomputer entwickelt, in dem sie eine Kleinstadt mit rund 10.000 Menschen vollständig simulieren. Diese Simulationseinheiten führen in etwa das selbe Leben, wie wir und besitzen sogar ein Bewusstsein. Bis auf eine Kontaktperson wissen die Menschen nicht, dass es sich um eine Simulation handelt.

Der neue Direktor des Instituts Fred Stiller (Klaus Löwitsch) bemerkt, dass einige außergewöhnliche Dinge passieren. Sein Vorgänger kam auf ungeklärte Art und Weise ums Leben und ein Mitarbeiter verschwindet von einer Minute auf die Andere wie vom Erdboden und ausser Stiller weiß niemand, dass diese Person je existiert hat…

Kritik

Bedenkt man, dass Welt am Draht von 1973 ist, kann man ob des visionären Stoffes und seiner Umsetzung nur staunen. Hier wird ein sehr treffender Blick in die Zukunft gewagt und sich dabei mit aktuellen Problemen, wie Überwachung, Manipulation und Realitäts- und Selbstwahrnehmung beschäftigt. Der Film stellt Fragen über die Wertigkeit und den Sinn des Lebens unter gewissen Umständen und setzt die Moderne, die Künstlichkeit der Welt und Menschen so hervorragend in Szene, wie keiner der anderen Vertretern dieses Genres. Cronenbergs eXistenZ, Matrix oder Dark City sind die offensichtlichen Beispiele für Filme, die diese Thematik aufgriffen und The 13th Floor ist nur eine Neuverfilmung des selben Buches.

Sicherlich ist Welt am Draht langsamer inszeniert als oben angesprochene Filme, geht aber eher Bedächtig und mit mehr Tiefgang bei der Bearbeitung des Stoffes vor. Für mich ein grandioser Krimi in einer düsteren Zukunftsvision mit vielen, auch heute relevanten Fragen, einer toll eingesetzten Ausstattung und einem Michael Ballhaus, der es versteht jeden Aspekt des Filmes perfekt in Szene zu setzen.

★★★★✩

Trailer

P.S.: Auf Arte sind gerade Fassbinder Wochen, in dessen Ramen man in ein paar Tagen beide Teile hintereinander bequem schauen kann.

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