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Continuum

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Die Suche nach einer ordentlichen SciFi-Serie ist ja nicht besonders leicht. Fringe hat stark abgebaut, Falling Skies ist die reinste Enttäuschung, Alcatraz konnte nichtmal das Network überzeugen und Awake hat aus der netten Prämisse auch nur eine lahme monster of the week Geschichte gemacht.
Der neue Stern am Horizont ist die kanadische Serie Continuum von der mittlerweile vier Episoden erschienen sind.

Plot

Wir schreiben das Jahr 2077. Regierungen sind kollabiert und wurden von großen Firmen abgelöst, die alle Ressourcen in der Hand haben, selbstverständlich nur ihre wirtschaftlichen Interessen im Sinn haben und daher solche Dinge wie freie Meinungsäußerung verboten haben. Entsprechend aggressiv ist der Terrorismus, der darin gipfelte, dass eine Gruppe von 8 Terroristen im Kampf für die menschliche Freiheit zehntausende zivile Opfer mit sich brachte.

Die Serie steigt in deren Exekution ein, bei der die Gruppe namens ‘Liber8’ mittels Zeitreise in die Vergangenheit flüchten. Von diesem Energieball wurde auch die Polizistin Kiera Cameron erfasst und mit in die Vergangenheit transportiert. Ursprüngliches Ziel war sechs Jahre in die Vergangenheit zu reisen, um ihre Attacke besser zu planen, schrammen daran aber knapp vorbei und landen im Jahr 2012.

Kiera versucht nun im Laufe der Serie die Terroristen zur Strecke zu bringen. Um das personelle Ungleichgewicht zu kompensieren hat sie natürlich alles mit in die Vergangenheit nehmen können, was sie am Körper trägt. Das ist zum einen ein fast-alles-könnender-Ganzkörperanzug, ihre futuristische Dienstwaffe, ein Multifunktionstool à la Dr. Who’s sonic screwdriver und ihr Hirn-Augenimplantat, was sie mit allerhand Sensorik ausstattet.

Die Technologie, die sie am Körper trägt wurde von Alec Sadler entwickelt, der 2012 in seiner Prototypisierungsphase steckt und so mit ihr kommunizieren kann. So hat sie neben ihren Tools einen allwissenden jungen Mann im Ohr. Praktisch, praktisch.

Jede Episode stellt Kiera vor die Aufgabe einen neuen Plot der Liber8 zu vereiteln und mit ihnen zusammen zurück in ihre Zeit und zu ihrer Familie zu gelangen.

Kritik

Die Prämisse gibt einiges her, die aus der Zukunft mitgebrachte Technologie und Wissen werden von beiden Seiten kreativ eingesetzt und die Figuren sind charismatisch besetzt.
Auch hier geht die Serie den case of the week Pfad, aber die persönlichen Beziehungen, die Kiera knüpft und die moralischen Fragen, in wie weit man in den Zeitstrahl Einfluss nimmt entwickeln sich harmonisch weiter.

Ein wenig Sorge macht mir, dass unserer Protagonistin stückchenweise die Technik, auf die sie trainiert hat immer zu vertrauen, weggenommen wird und sie so immer mehr zu einem regulären Cop wird und die SciFi-Elemente eine immer geringere Rolle spielen. Keine Ahnung, ob den Autoren kreative Methoden für deren Einsatz ausgegangen sind, sie dadurch zu sehr der Terminator war, oder ihr so eine emotionale, menschliche Seite gegeben werden soll. Ich würde mir jedenfalls eine Kombination, wie in den ersten beiden Folgen wünschen, weil das für mich am ehesten den Reiz ausmacht. Sonst kann ich auch eine bessere Copshow schauen.

Bisher ist Continuum good clean fun, weiß die laufende Geschichte gut zu motivieren (im Gegensatz zu Falling Skies) und mit ganz guten Ideen aufzuwarten. Wer also noch einen freien SciFi-Slot hat, sollte die Serie zumindest mal antesten. Mit gefällts und ich bleibe erstmal dran (und kann getrost den anderen Rotz sein lassen).

★★★✩✩

Trailer

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