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Alien Quadrilogy #50in50

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Eigentlich hatte ich gar nicht vor, durch alle vier Alienteile durchzurocken, aber nach meiner Erstsichtung von Alien, der ja mein erster Film war, den ich von meiner List of Shame entfernte (den ich hier besprach), startete der Fuzzytypewriter Podcast dazu in Vorbereitung auf Prometheus die Besprechung der vier Teile, mit jeweils einem Film pro Woche. Das nahm ich zum Anlass, die restlichen Teile zu schauen, die ich abgesehen vom Vierten auch noch nicht kannte.

Also. Der Vollständigkeit halber gibt es hier den Artikel zu Alien.
Alien #50in50 – hirnrekorder

Aliens

Nachdem Alien sehr erfolgreich die klassische B-Movie Nummer gefahren ist, indem sich alles auf kleinem Raum mit einem Alien und wenigen Figuren abspielte und es im Wesentlichen ums blanke Überleben geht, bringt Teil zwei die logische Schlussfolgerung, indem die Skala in allen Positionen potenziert wird.

Aliens Banner

Plot

Ripley wird nach 50 Jahren taumeln durchs Weltall im hypersleep von der company aufgegabelt und versucht zu erklären, was ihr im ersten Teil so alles wiederfahren ist.
Der Planetoid wird mittlerweile von etwa 200 terraformenden Menschen bewohnt, von denen — wie sollte es anders sein — eine Familie auf das Nest aus Teil eins stößt, nen Facehugger abbekommt und die ganze Kolonie recht bald “nicht mehr auf Funksprüche reagiert”. Also mit ner Truppe Marines hin da, Ripley soll nur als consultant dabei sein — everything is going to work out just fine.

Das tut es natürlich nicht, aber das alles wird an dieser Stelle nicht verraten, denn was jetzt kommt waren die Spannendsten 90 Minuten Film, die ich in den letzen paar Jahren gesehen habe.

Kritik

Obwohl die lauernde Gefahr und das Spielfeld immens vergrößert wurde, schafft James Cameron es diese Größe durchs Weglassen darzustellen. Eine Kunst, die schon im ersten Teil unter Ridley Scott gelang und hier auf noch beeindruckendere Art und Weise gelingt. Da gibt es meine Lieblingsszene in diesem Film, die es wohl nur in den Directors Cut geschafft hat, in der zur Verteidigung eines Tunnels zwei Geschütztürme aufgestellt werden und die Attacke der Aliens nur durch einen Blick auf den Statusmonitor der Türme beobachtet wird, indem die verbleibende Munition gezeigt wird. Oder als die Marines nach den Terraformern suchen, indem sie ihre implantierten Chips orten und alle an einem Ort vereinigt finden, geschieht das auch nur am Monitor und wir, als Zuschauer ahnen bereits, was das für die 200 Menschen hinter den weißen Punkten bedeuten wird.

In Aliens wird auch die Mutterrolle Ripleys etabliert, die, wie wir in diesem Teil lernen, selber eine Tochter hat, diese aber jobbedingt auf ihrem Heimatplaneten zurück ließ und die jetzt, nach ihrem langen hypersleep, verstorben ist. Die neue Tochterrolle übernimmt die kleine Newt, deren Familie die ersten waren, die vom Facehugger infiziert wurde und scheinbar die einzige Überlebende der Kolonie ist. Ripley nimmt sich ihrer an und macht es zu ihrem obersten Ziel Newt sicher von diesem Planetoiden zu retten.

Damit kommt die emotionale Storyline ins Spiel, die nie überstrapaziert wird, den Zuschauer aber in jeder Sekunde auf seinem Sitz hin und her rutschen lässt und in den Erfolg der Rettungsmission investiert ist.

Die einzige Schwäche des Filmes ist das cheesy Setup und Vorgeplänkel bis zur Landung auf dem Alienplaneten, in dem im thypischen 80er Jahre Stil versucht wird, die Soldaten zu etablieren. Das ist alles etwas unfreiwillig komisch und nicht besonders interessamt, vor allem, weil sich dieser erste Akt fast eine Stunde lang hinzieht. Mit deren Landung wird jedoch das Gaspedal voll durchgetreten und es beginnt eine wahnsinnig spannende, actionreiche und vor allem gut durchdachte Achterbahnfahrt, die mich bis zur letzten Sekunde zu packen wusste und — ich kann es spoilern — zu meinem liebsten Teil von den vieren wurde.

★★★★★

Alien³

Key art Alien 3

Plot

Nachdem Ripley mit drei weiteren im letzten Teil flüchten konnte, stürzt sie auf einem Gefängnisplaneten ab und ist die einzige Überlebende dessen. Ein Ei hat es mit an Bord geschafft, ein Facehugger infiziert ein Rind und das geschlüpfte Alien terrorisiert nun die Insassen und alle drum herum. Und, wie sollte es anders sein, Ripley saves the day.

Kritik

Diesen dritten Teil übernahm als sein Erstlingswerk nach einigen Musikvideos David Fincher, der sich und seinen visuellen Stil sichtbar ausprobiert. Problematisch war schon im Vorfeld, dass es irgendetwas zwischen 3 und 5 Drafts des Skripts zu diesem Film gab, die unterschiedlicher hätten nicht sein können. Am Ende wurden sie alle in einen Topf geworfen und heraus kam dieser sehr unübersichtliche Film, in dem fast alle Figuren dumme Dinge tun müssen, um die Story voran zu bringen. Paare das mit beigen Charakteren, einer braunen Welt und einer furchtbaren Alien-Egocam und heraus kommt ein hässlicher Film in einem relativ hübschen Gewand, der nicht wirklich schlecht ist, aber durch das enorme verschenkte Potential aufregt. Alien³ reduziert sich und Ripley zu einem einsilbigen Actionfilm/star, dem sichtlich die Puste ausgeht. Hier finden sich keine interessanten Konzepte oder Einstellungen, die mir besonders in Erinnerung geblieben wären, ausser, dass der ganze Film braun ist. Schade

★★★✩✩

Alien: Resurrection

Obwohl ich diesen Teil damals im Kino sah und nicht besonders begeistert war und bereits hörte, dass Alien: Resurrection allgemein als der schlechteste Teil angesehen wird, wollte ich ihn der Vollständigkeit halber auch nochmal schauen. Vor allem weil Jean-Pierre Jeunet (Amelie, Delicatessen), dessen visueller Stil mindestens interessant ist, Regie führt. Wenigstens auf diesem Sektor habe ich mir einiges von dem Film erhofft und wurde leider auf voller Linie enttäuscht.

Key art Alien Resurrection

Plot

200 Jahre (give or take) nach Ripleys Tod, gelingt es einem Team Wissenschaftler an Bord eines Raumschiffes aus gefundenen Blutproben Ripley zu klonen und die Alienkönigin, die in ihr wuchs gleich mit — everything is going to be fine — und versuchen ihre Aliens zu zähmen und für ihre Absichten einzusetzen. Alles geht den Bach runter und so versuchen alle von dem Raumschieff zu flüchten, während sie von diversen Aliens gejagt werden.

Kritik

Alien: Resurrection ist eine verdammte Beleidigung für das ganze Franchise. Die Story ist so sinnfrei und löchrig, wie sie nur sein kann, Ripley ist zur prolligen Oneliner-Schleuder verkommen und der Film als ganzes ist so flaches Popcornkino, dass man gegen eine Wand rennen möchte. 70% der Figuren haben keinen Hintergrund, keine Geschichte, die sie durchleben, keine Konflikt, sondern sind einfach nur da und Kanonenfutter.

Die vierte Alien-Inkarnation hat aber auch einige gute Momente. Das Charakterdesign der Xenomorphs ist hervorragend. In den paar Jahren zwischen Teil 3 und 4 sind wir in der Tricktechnik ein gehöriges Stück weiter gekommen. Sie sind nur leider überhaupt nicht mehr angsteinflößend, verfehlen also total das Thema.
Die Szene, in der die Aliens aus ihrem Käfig fliegen, indem sie ihren Kumpanen zerhacken, dam sich sein Säureblut furch den Boden frisst, illustriert sehr subtil, wie sehr die Evolution bei den Aliens schon vorangeschritten ist und wie gut sie aus unbequemen Situationen wieder herauskommen konnen.
Highlight des ganzen Filmes ist wohl die Unterwasserszene, in der die Fliehende Truppe für ein paar Minuten Tauchen müssen und ihnen ein paar Aliens auf den Fersen sind. Das war spannend, gut gemacht und voller cleverer Ideen.

Am Ende ist dies aber leider ein völlig belangloser Film, der weder etwas für das Voranbringen des Franchises, noch des Genres tut. Wenigstens das konnte der dritte Teil, bei all seinen Schwächen, schon leisten.

★★✩✩✩

Links

ft podcast episode: alien « Fuzzy Typewriter

ft podcast episode: aliens (with an s) « Fuzzy Typewriter

ft podcast episode: alien 3 and what could have been « Fuzzy Typewriter

ft podcast episode: alien resurrection « Fuzzy Typewriter

Alien #50in50 – hirnrekorder

My Glorious List of Shame – hirnrekorder

Mein Jahresvorhaben bzgl. List of Shame #50 Movies in 50 Weeks – hirnrekorder

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