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Lilyhammer

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Es gibt da diesen kleinen amerikanischen DVD- und Streamingdienst namens Netflix, der in letzter Zeit ab und an von sich reden macht, einíge Fernsehserien, die von den Networks abgesetzt wurden, oder eben neue Serien in Auftrag zu geben. Eine davon ist die norwegisch-amerikanische Serie Lilyhammer mit Steven Van Zandt in der Hauptrolle.

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Plot

Frank “The Fixer” Tagliano (Van Zandt) ist ein ehemaliger Mobster aus New York, der aussteigen will, ins Zeugenschutzprogramm geht und sich als neuen Wohnort Lillehammer aussucht, weil er die Berichterstattung in den Olympischen Winterspielen 1994 und den Ort so gut fand. Er bekommt die neue Identität des norwegisch-amerikanischen Immigranten Giovanni Henriksen.

Giovanni kommt also nach Lillehammer und versucht dort einen Teil seines alten Lebens mitzunehmen, indem er mit allerlei Bestechungen und krummen Geschäften ein kleines dörfliches Imperium aufbauen will.

Kritik

Man muss eines zu Lilyhammer ganz klar sagen. So witzig und verschroben sie auch ist, für einen großen Teil wird die Serie wahrscheinlich nur oberes Mittelmaß sein, wenn man mit der Hauptfigur nichts anfangen kann. Wenn man Lilyhammer aber als Spinoff zu The Sopranos auffasst und sich dabei denkt, dass Silvio Dante dort ausgestiegen ist, um nach Norwegen zu ziehen, macht die Serie weit mehr Sinn, denn an diese Figur ist Giovanni Henriksen so stark angeleht, dass man meinen könnte, sie seien die Selben. Hat der geneigte Leser nun The Sopranos gesehen und fand darin ‘Sil’ so grandios, wie ich, wird man an Lilyhammer seine wahre Freude haben.

Steven Van Zandt konnte sich hier als Autor und Schauspieler in den acht Stunden voll austoben, seine Figur eine unkonventionelle Liebesgeschichte, verschiedenste verschroben komische Situationen und eine herrlich absurde Gangstergeschichte mit hervorragend übertriebener Gewalt durchleben lassen. Und er hat sichtlich Spaß dabei.

Lilyhammer wird nicht die Welt verändern und keine neuen Maßstäbe setzen, aber für eine so kleine Nischenproduktion — die erste von Netflix überhaupt — schlägt sie sich ungemein gut und erweitert, ob nun unfreiwillig oder beabsichtigt, das Sopranosuniversum um sehr unterhaltsame acht Episoden.

Um das nochmal deutlich zu sagen, alle die Silvio Dante aus den Sopranos mochten, sollten sich dieses Kleinod unbedingt anschauen.

★★★✩✩

Der Trailer gibt perfekt den Ton der Serie wieder.

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