<

hirnrekorder

film - fernsehen - musik - zeug

Chronicle

| Comments

Ich kann mit Found Footage Filmen grundsätzlich nicht viel anfangen und Chronicle ist das beste Beispiel dafür, was alles dabei schief laufen kann. Abgesehen davon funktioniert der Film ganz hervorragend, hat er doch drei charismatische Figuren im Zentrum.

Chronicle Banner

Plot

Der Plot folgt den drei High School Schülern Andrew (Dane DeHaan; in In Treatment zu sehen), der absoluter Aussenseiter ist und von seinem Vater verprügelt wird, seinem Cousin Matt (Alex Russell) und dem populären Steve (Michael B. Jordan; The Wire und Friday Night Lights), die in einem Erdloch ein unbekanntes Objekt entdecken und danach telekinetische Fähigkeiten bekommen. Diese Gemeinsamkeit schweißt das ungleiche Trio zusammen und fortan sind sie unzertrennlich. Sie versuchen ihre neue Fähigkeit zu meistern und probierren immer neuere Aspekte der Telekinese aus.

Im Laufe der Zeit werden die drei mächtiger und ihnen beginnt ihre Kraft zu entgleiten. Vor allem der von allen gemobbte Andrew beginnt seine Fähigkeiten gegen seine Mitmenschen einzusetzen, bis die ganze Situation Eskaliert.

Kritik

Im Kern ist Chronicle eine Superhelden Origin Story, wie sie im Buche steht. Das große Alleinstellungsmerkmal sind jedoch die drei faccettenreichen Figuren in der Mitte der Geschichte, die alle mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben, in ihrem normalen Alltag nichts miteinander zu tun hätten, aber durch die gemeinsame Reise ihrer körperlichen Veränderung auch Gemeinsamkeiten in ihrem Leben finden und so sehr gute Freunde werden.
Das ist die große Stärke dieses Films. Zwei der drei Schauspieler konnten bereits in tollen Serienrollen überzeugen und haben auch hier auf der Leinwand eine tolle Chemie miteinander.
Sicherlich hätte vor allem die emotionale Berg- und Talfahrt Andrews etwas detailreicher gezeichnet werden können, aber das ist wahrscheinlich unter anderem dem Format des Filmes geschuldet.

Womit wir bei meinem größten Problem mit diesem Film kommen. Cronicle ist Found Footage, was bedeutet, dass der ganze Film von im Setting vorhandenen Kameras aufgenommen wurden. Zu 90% ist das Andrew selber, der eines Tages anfängt alles zu Filmen, zum anderen ist es eine Freundin seines Cousins, die ein Videoblog führt. Soweit so gut.
Wo Filme wie Cloverfield diesen Stil benutzen, um Spannung zu erzeugen, indem man alles nur aus der Perspektive der Protagonisten zeigt und dort nie das Geschehen als Ganzes, sondern nur einen kleinen Ausschnitt einfangen kann, so hat dieses Stilmittel in Chronicle absolut keinen Nutzen. Im Gegenteil. Die Rechtfertigung für eine laufende Kamera nimmt so einen immensen Teil in den Dialogen ein, dass es wahnsinnig nervt. Der einzige plausible Grund dafür wäre, dass man das geringe Budget für Spezialeffekte so ganz gut verstecken kann, aber entschuldigen tut es das nicht.

Zum Abschluss noch etwas positives, denn am Ende würde ich Chronicle auf jeden Fall empfehlen.
Die Kreativität, wie mit Telekinese und dem Erlernen dieser Fähigkeit umgegangen wurde ist wirklich toll, abwechslungs- und einfallsreich und soll hier nicht gespoilert werden. Nur so viel. Der Klimax am Ende des Films erinnert stark an einen Kampf zwischen Hulk und The Thing.

Wer also über etwas unterdurchschnittliche Spezialeffekte hinwegschauen kann, wird mit drei guten Charaktergeschichten und viel Einfallsreichtum belohnt.

★★★✩✩

Comments