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The Amazing Race

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So manche Reality TV Show schaue ich ja ganz gerne. Nachdem letztens Andy Ihnatko in seinem Podcast überschwänglich von The Amazing Race erzählte, (vonwegen beste Reality Show überhaupt und so) dachte ich das schaue ich mir doch auch mal an.

Ich muss vorweg schicken, dass ich nur aus einer recht kleinen Probe (je 5 Folgen der letzten beiden Staffeln) interpoliere, was der Rest der Sendung veranstaltet.

Amazingracelogo 1

Das Grundkonzept

11 Teams zu je 2 Personen reisen in 11 Etappen um die Wette um die Welt herum und müssen auf jeder Etappe eine Reihe von Aufgaben erledigen. Diese haben immer entfernt mit dem Land und der Kultur zu tun, in dem sie sich gerade befinden, benötigen eine Vielzahl an Fähigkeiten der Teilnehmer und dauern eine gewisse Zeit. Haben sie alle Aufgaben erledigt und alle Hinweise gefunden, kommen sie im Etappenziel an und sind sicher in der nächsten Runde. Die zeitlichen Abstände werden gemerkt und das letzte Team fliegt raus. Am nächsten Morgen starten die Teams wieder, nur eben mit den zeitlichen Abstand, mit dem sie vorher ins Ziel gekommen sind.
Das Ganze geht so lange, bis eben nur noch ein Team übrig ist.

Die Challenges

Die ganzen Prüfungen und Aufgaben, die die Teams zu erledigen haben sind eigentlich das Schlimmste an der ganzen Sendung. Mehr kulturell stereotyp kann man eigentlich nicht sein. Mal zählen sie Buddhas an einem Tempel, mal pflanzen sie Reis, dann verkleiden sie sich als Straßenmusiker und betteln, oder stapeln auf einem Markt Melonen zu einer mannshohen Pyramide und an einem anderen Tag müssen sie einen Konfuziusspruch auswendig lernen und bei einem Mönch aufsagen. Schlimmer geht’s kaum. Keine Ahnung, ob die Produzenten ihre guten Ideen in den ersten 15 Staffeln verbraten haben, aber das was sich mir hier präsentiert ist sehr grenzwertig. Auf mehreren Leveln.

Kritik

Es gibt eindeutig positive Seiten an The Amazing Race. Es gibt keinen direkten Eingriff der Produzenten in das Geschehen und das Drama zwischen den Teams hält sich auch sehr in Grenzen, da sie sich nicht negativ beeinflussen dürfen. Also keine Hinweise verstecken, Falschinformationen geben oder Reiseunterlagen entwenden. So erledigt also jedes Team für sich alleine an toll gefilmten internationalen Schauplätzen ihren Teil der Etappe und sieht zu, schnell fertig zu werden.

Das Problem an der ganzen Nummer ist aber, dass der erste Teil einer Etappe meist daraus besteht zum örtlichen Flughafen zu fahren, sich ein Ticket zu ergattern und 3-5h auf den nächsten Flug zu warten. So sind fast alle ausgearbeiteten Vorsprünge zu Nichte gemacht und höchstens die letzten vier müssen den nächsten Flug nehmen. Zudem bin ich mir ziemlich sicher, dass die Produzenten die Startzeit extra so legen, dass das Feld jedes mal wieder zusammenrückt. Das finde ich schade und macht das ganze recht langweilig. Vor allem weil dadurch über weite Teile größere Gruppen zusammen sind und sich gegenseitig nachlaufen. Den Aspekt, dass sich manche Teams gegenseitig helfen ist nett, aber das hätte man im anderen Fall auch. So hat man weniger Teams, die umherirren, was bestimmt lustig anzusehen wäre.

Darüber hinaus geht es mehr um die Bewältigung der Challenges, als darum den Wettrenncharakter einzufangen. Das ist ja alles ganz nett, wenn 20 Leute an einer hübsch aufgenommenen Sehenswürdigkeit umher irren und irgend eine Prüfung erledigen, die sich die Produzenten aus den Fingern gesaugt haben, aber da so viele Teams eingefangen und zusammengeschnitten werden müssen, fiebert man nicht eine Sekunde lang mit einem Duo mit, ob sie in ihrer Prüfung schneller sind, als die anderen, sondern beobachtet nur wie ein paar Leute hektisch von A nach B hetzen, ohne in den Ausgang investiert zu sein.

Sicherlich ist die ganze Sendung technisch schwer beeindruckend, elf Teams mit je einem Kamerateam zu begleiten, die eine fette HD Kamera dabei haben, aber das ist mir zu wenig. Ich finde The Amazing Race ziemlich langweilig und schaue mir lieber Reality TV an, wo künstlich Drama erzeugt wird, denn auf natürliche Weise scheint das nicht so gut zu funktionieren. Vor allem dann nicht, wenn man jede Art von negativer Interaktion zwischen den Teams unterbindet.

★★✩✩✩

P.S.: Sollte jemand die älteren Staffeln kennen und mir widersprechen, würde ich mich über einen Kommentar freuen. Wie gesagt ist mein Guckloch, mit dem ich auf die Serie blicke nicht besonders groß. Und ich lasse mich ja gerne belehren.

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