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Das Mutierende Filmstöckchen - Serienedition

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Der Abspannsitzenbleiber hat mir das stetig mutierende Filmstöckchen zugeworfen und ich werde mich natürlich nicht lumpen lassen, das zu beantworten.

1. Wenn du im Bekanntenkreis nach Filmempfehlungen gefragt wirst: nach welchen Kriterien empfiehlst du anderen einen Film (bzw. rätst ab)?

Zuallererst muss mir der Film, den ich empfehle, selber gefallen, denn wenn mich schon jemand nach meiner Meinung fragt, will ich keinen dummen Film empfehlen. Dann frage ich nach Filmen, die sie in letzter Zeit mochten und empfehle bezogen darauf einen Film, der hoffentlich gut zu ihnen passt. Die meisten bekommen leichtere Kost, denn sie sollen ja wieder kommen und nach der nächsten Empfehlung fragen. Dann kann man zu etwas anspruchsvollerem übergehen.
Freunden, die ich gut kenne, (und deren Filmgeschmack auch) kann ich natürlich besser Nischenfilme empfehlen. Das spare ich mir sonst eher, da man damit schnell daneben liegen kann. I don’t wanna be that guy.

2. Liest du Filmkritiken lieber, bevor du den entsprechenden Film selber ansiehst, oder danach?

Ich lese Filmkritiken grundsätzlich ziemlich selten. Meist höre ich Filmpodcasts, die Filme in Ruhe besprechen und lasse mich so gerne auf neue Ideen bringen. Ist in der Besprechung Spoilertalk enthalten und liegt mir der Film am Herzen, kehre ich lieber nach dem Film zu der Besprechung zurück.
Ich überfliege Filmkritiken vor einem Film nur, um mir den Mund wässrig zu machen und mich zwischen einer kleinen Vorauswahl besser entscheiden zu können und lese sie danach, wenn der Film Fragen offen ließ, bzw. so viel Tiefgang hatte, dass eine weitere Auseinendersetzung nicht schaden kann.
Diese Auseinandersetzung habe ich aber zu 90% mit meinem Filmfreund, mit dem ich mich nach gesehenem Film, mindestens den Heimweg lang, über das grad Gesehene austausche.

3. Ein Lieblings-Filmkritiker?

Ich mag den Kermode ganz gern, dessen Geschmack ich weitestgehend Teile, finde Armond White sehr erfrischend, weil er einen sehr extremen Standpunkt hat und damit neue Perspektiven eröffnet (Beispiel: Armond White looks back at the best movies that surpass and defy the year’s worst | City Arts) und würde die drei Jungs vom /Filmcast noch erwähnen, weil ich sie seit Folge eins höre und mittlerweile genau einordnen kann, wem ich, in wie weit, bei welchem Genre vertrauen kann.

4. Schon klar, eigentlich braucht man weder Sequels noch Remakes. Trotzdem: Welcher Film braucht unbedingt ein Remake?

Mit unbegrenztem Budget könnte man bestimmt einen tollen ‘Dune’ hinlegen.
Möchte man nicht so viel Geld in die Hand nehmen, wäre ich einem Remake von ‘Face-Off’ nicht abgeneigt. Ich mochte das Konzept und den Film, aber die Figuren wurden nicht bis zur letzten Konsequenz durchgezogen und die nötige badassery fehlte. Das lässt sich sicher verbessern.
Ansonsten fallen mir nicht wirklich Filme ein, die trotz tollem Skript an schlechtem Casting oder zu niedrigem production value scheiterten, denn wirklich gute Geschichten funktionieren auch wunderbar auf einer schäbigen, kleinen Bühne.

5. …und welcher sollte dringend noch eine Fortsetzung bekommen?

Auch hier ist man seit langem müde, immer wieder eine weitere Fortsetzung zu sehen, aber ich würde mich gern länger in der Welt der schwedischen Verfilmung von ‘Let The Right One In’ aufhalten. Das war der erste Vampirfilm seit Ewigkeiten, der mich wirklich begeisterte.

Würde ich meine Lieblingstrilogie verlängern wollen, sollte es einen vierten Teil zu ‘Back to the Future’ geben, in dem heute in den DeLorean gestiegen wird und zurück nach 1985 gereist wird.


Da es sich hier ja um das mutierende Filmstöckchen handelt, kommen hier nun fünf neue Fragen. Und weil meine Präferenz eher beim Fernsehen liegt, gehen die Fragen auch in diese Richtung.

  1. Schaust du lieber Filme, oder Serien und warum?
  2. Gibt es eine Paarung in einer Serie, die du ganz besonders magst? Das muss nicht unbedingt ein romantisches Paar sein, sondern können auch gut funtionierende Figurkombinationen, die einfach eine tolle Chemie auf dem Bildschirm miteinander haben.
  3. Schaue ich einen Film oder eine Serie, den/die ich mag, schaue ich oft weiteres der involvierten Personen, um deren Gesamtwerk besser zu verstehen. Tust du das auch und wenn ja, was waren für dich besonders ergiebige Exkurse?
  4. In welchem Medium funktioniert für dich emotionaler oder dramatischer payoff am besten und warum und was sind für dich unerlässliche Bausteine dazu?
  5. Welche Serie hat deiner Meinung nach zu früh das zeitliche gesegnet und welche lief definitiv zu lange weiter, nachdem sie ihren Zenit lange überschritten hat?

Bomusfrage: Hast du eine Meinung dazu, warum es in Deutschland schon so lange keine aufgegenden Serienformate gibt? Die Briten, deren Fernsehmodell mit unserem doch einigermaßen vergleichbar ist, schaffen das mit 3-5 Formaten im Jahr doch auch.

Die Fragen gehen an den Björn von Yzowaas???, die beiden von Angelslayers Rumpelkammer, dasnuf von Das Nuf Advanced und an Phil von Delphine Hauen.
Selbstverständlich sind alle anderen, die von den Fragen angesprochen werden, herzlich eingeladen. Links zu den Antworten in die Kommentare.

Viel Spass.

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