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Alcatraz Folge 3 - Ein Paar Notizen

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Nach dem Piloten von Alcatraz fand ich schon kaum positive Worte und man unterstellte mir, zu voreilige Schlüsse zu ziehen und unfair zu sein. Also schaute ich noch die dritte Folge und sah alle meine Punkte bestätigt.

Neue Folge, neuer Alcatraz-Insasse, der zurückkehrt und mordet. Dieses Mal ist es ein Kindermörder, der seine Opfer entführt, 2 Tage lang quält und dann umbringt. “Hurleys” Wissen ist natürlich omnipräsent, so lauscht er im richtigen Moment dem Polizeifunk, hört die Tatortbeschreibung und zieht mit einem Fingerschnipps die passende Akte aus seinem Arsch. Die Spur ist also da, nur scheint niemand auch nur das geringste Interesse daran zu haben, dieser nachzugehen. Der Chef der Operation ist der Meinung einfach am Tatort auf den Täter zu warten, da er erfahrungsgemäß sein Opfer dorthin zurückbringt und “Hurleys” Partnerin, die tatsächliche Polizistin, schaut nur dumm aus der Wäsche und lässt ihn alleine losziehen und weiter ermitteln. Als “Hurley” Täter und Opfer endlich findet und seine Partnerin zur Festnahme anrauscht, begeht sie die dümmsten Anfängerfehler, die man so machen kann und ich frage mich, wie sie es überhaupt durch die Grundausbildung geschafft hat. Und so jemand soll also das größte Mysterium der westlichen Hemisphäre aufklären? Ich glaube nicht.

Die Rückblenden in dieser Folge sind so haarstäubend, dass ich am liebsten abgeschaltet hätte. Der Kindermörder wird auf Alcatraz schön krankenhausreif geschlagen, weil — natürlich — Kindermörder der übelste Abschaum unter den Verbrechern sind. Der Gefängnisdirektor hat auch ein neues Opfer zum quälen gefunden und alle Storyeckpunkte sind bedient.

Nun blicken wir aber mal eine Folge zurück. Wen hatten wir da? — Richtig. Auch einen Kindermörder. Nur einen, der noch feiger war und seine Opfer weggesniped hat. Und was war mit dem? — Gar nichts. Warum wurde er nicht genauso zusammengeschlagen? — Weil die Drehbuchautoren schon zwei Aspekte aus seiner Alcatraz-Zeit hatten, die sie erzählen wollten. Das ist so unglaublich inkonsistent, dass einem die Formelhaftigkeit des Skriptes geradezu ins Gesicht geschleudert wird.

Weiter im Text. Täter und Opfer sind dann irgendwann in einem Bunker. Ok. Wie das Kind dann aber entkommt, ist sowas von an den Haaren herbeigezogen, nur um eine Erzählparallele zur Rückblende zu bekommen. Der Typ also dem Kind hinterher, kriegt ihn, im gleichen Moment reitet die Kavallerie an und schießt ihm in den Kopf, anstelle der Schulter, oder so. Ich dachte, die Häftlinge sollen wieder eingesperrt und verhört werden, um dem Mysterium auf die Spur zu kommen. Diese Maßnahme hätte in der letzten Folge auch viel mehr Sinn gemacht, als der Sniper auf einem Dach saß und vorher eine Kollegin abgeknallt hat. Die ganze Szene macht überhaupt keinen Sinn.

P.S.: Wenn ich noch einmal die Phrase “For the greater good” höre, werfe ich meinen Fernseher aus dem Fenster.

★★✩✩✩

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