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Alcatraz - Die Neue J.J. Abrams Serie

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So. Der J.J. hat also eine neue Serie auf FOX am Start. 1963 sollte Alcatraz geräumt werden und die Insassen auf andere Gefängnisse verteilt werden, nur dass ein Block spurlos verschwindet, samt allen Insassen und Wärtern. Diese kommen nun alle stückchenweise ungealtert zurück in die Gegenwart und treiben ihr Unwesen.

Alcatraz

Wer für ihr Verschwinden, Wiederkommen und ggf. deren Aufträge gewisse Dinge zu tun zuständig ist versucht eine geheime Regierungsabteilung herauszufinden. Diese besteht im Wesentlichen aus einem älteren Herren, der seinerzeit Wärter auf Alcatraz war und das Mysterium mitbekommen hat, einer jungen Psychologin, einer Polizistin, die ihren Partner dank eines zurückgekehrten Insassen verloren hat und einem Alcatraz-Experten, der eigentlich einen Comicbookstore führt.

Die vier haben ihren Stützpunkt in den tiefen Katakomben von Alcatraz und versuchen eben dem Mysterium auf die Spur zu kommen und alle zurückkehrenden Straftäter wieder einzusperren.

Kritik

Mir gefällt die Serie gar nicht. Im Wesentlichen steht hier das Monster of the Week Konzept im Vordergrund, in dem sich jede Folge um einen neuen Zurückgekommenen gekümmert wird und im Hintergrund gibt es also dieses vollkommen uninteressante Mysterium, dass sie aufdecken wollen. Who cares? Sie können dem Zuschauer nicht einmal erklären, warum genau die vier in der Task-Force mitmachen. Es gibt keinerlei plausible Motivation dazu, ausser einem schulterzuckenden “Naja, waraum auch nicht. Ich hab grad nichts anderes zu tun.” Und niemand scheint sich daran zu stören, dass die Häftlinge 50 Jahre später ungealtert wieder da sind. Keiner stellt das in Frage, niemand versucht eine natürliche Erklärung dafür zu finden, denn klar, übernatürliche Dinge passieren hier jeden Tag. Das ist einfach zu billig.

Darüber hinaus kommt es mir so vor, als würde J.J. Abrams alte, auf dem Boden des Schnittraumes von LOST liegen gebliebene Ideen recyceln und das mit dem Konzept von The 4400 kombinieren wollen. Man trifft hier alte Bekannte aus LOST (wobei es schön ist Jorge ‘Hurley’ Garcia zu sehen), erkennt das mit Mysterien umwobene Inselthema wieder, Menschen verschwinden unerklärt und man hat keine Ahnung, warum das irgendwen interessieren sollte.

Die Dialoge sind furchtbar und nur Mittel zum Zweck, man kennt von jeder Figur maximal eine Charaktereigenschaft (was einfach mieses Schreiben ist) und es gibt keine stakes, keine Bedrohung, keine nötige Eile. Wenn ein Massenmörder zurück kommt und 10 Menschen abknallt — scheiß egal, irgendwann finden wir den schon. Dazu kommt, dass die Serie einfach unclever ist. Den großen ‘Twist’ am Ende der zweiten Folge habe ich etwa eine Stunde vorher schon gesehen und die Ermittlungsarbeit, die die Serie vielleicht interessant machen könnte ist plump und nicht nachvollziehbar. Man sieht den beiden Hauptfiguren nur ständig das Licht aufgehen, aber nie, wie sie dahin gekommen sind.

Fazit — Langweilig und dazu auch noch faules Schreiben. Ganz schlechte Kombination. Jedenfalls für jemanden, der etwas mehr von seinem Fernsehprogramm erwartet. Für seichte Kopf-aus-Mytery-Action könnte es für den einen oder anderen taugen. Mir nicht.

★★✩✩✩

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