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Wochenende in Der Süddeutschen Zeitung

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Zum ersten Mal seit langer Zeit lässt sich mal wieder ein Abschnitt in einer deutschen Tageszeitung komplett durchlesen. Der Teil Wochenende in der dieswöchigen Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung.

Zum ersten haben wir einen schönen Artikel über die Generation Facebook und wie sie ihr Leben nicht so richtig auf die Reihe bekommen.

Vor einer Ewigkeit nannte man solche Leute mal: verkrachte Existenzen. So schwarzweiß ist es heute nicht mehr. Dieselben Leute haben immerhin die Welt in die Tasche gesteckt. Die sie überall mit sich herumtragen, zumal sie jedes Jahr noch kleiner, flacher, leichter und marcjacobsiger wird. Sie sind nicht verkracht, sie sind: die Facebook-Generation. Wer sollte sie dafür verurteilen? Während man früher gesellschaftlich sanktioniert, isoliert und zum Verlierer abgestempelt wurde, wenn man mit 30 oder 40 stundenlang auf der Couch lag und sich mit Nonsens befasste, gibt es heute ein anderes kollektives Bewusstsein. Ein Wir.

Generation Facebook – Im Wartezimmer zum Erwachsenwerden – Leben & Stil – sueddeutsche.de

Dann ist da der hervorragende Essay von Hannah Beitzer, die über eine neue politische Generation spricht und wie sie Dinge anders macht als die 68er.

Es ist zum Heulen: Jahrelang mussten sich die Kinder der 68er von ihren Eltern anhören, sie seien zu angepasst, zu ichbezogen, hätten weder Ideale noch Visionen und bekämen nicht mal eine ordentliche Jugendbewegung hin. Jetzt gibt es auf einmal eine Bewegung der 68er-Kinder: die Piraten – eine Partei, deren Mitglieder und Wähler im Durchschnitt 30 Jahre alt sind. Und schon wieder passt es den Alten nicht. Sie meckern über fehlende Inhalte und eine chaotische Struktur.

Erfolg der Piratenpartei – Endlich haben wir unseren Generationenkonflikt! – Politik – sueddeutsche.de

Zu guter Letzt gibt es am Ende des Teils noch ein recht gutes Interview mit Daniel Domscheit-Berg, was für den einen oder anderen ganz interessant sein könnte. Geht um Wikileaks / Openleaks usw.

SZ: Herr Domscheit-Berg, Sie haben ja Ihren Laptop gar nicht dabei!

Daniel Domscheit-Berg: Ja, der liegt bei mir zu Hause.

Aber ohne den gehen Sie doch sonst nie aus dem Haus!

Doch, mittlerweile schon. Ich habe aufgehört, ständig im Internet Nachrichten zu lesen.

Jetzt reden alle von Facebook und der Twitter-Revolution, und ausgerechnet Sie klinken sich aus?

Ja, ich twittere schon lange nicht mehr. Ich habe auch keinen Facebook-Account oder Blog. Selbst mein Handy nutze ich viel seltener.

Daniel Domscheit Berg über Wikileaks und Julian Assange – Digital – sueddeutsche.de

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