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Homeland

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Die beste neue Show der Fall-Season ist neben Boss zweifelsohne Homeland.

Homeland) ist ein Spy-Thriller, bei dem die von Claire Danes gespielte CIA-Agentin Carrie im Irak die Information erhält, dass es Terroristen gelungen sei einen gefangenen amerikanischen Soldaten zu turnen. Als ein knappes Jahr später Nicholas Brody (Damian Lewis) nach acht Jahren Gefangenschaft befreit wurde, ist das die Person, auf die sich die mittlerweile in Langley stationierte Carrie konzentriert. Da sie aber keine handfesten Beweise gegen Brody hat, ermittelt sie (auch mit unlautren Methoden) auf eigene Faust gegen ihn.

Homeland ist prima besetzt und hat einige parallel laufende Storylines, die einen fesseln und alle ihre eigene Spannung besitzen. Dabei geht es um eine in einem Harem verdeckt arbeitende CIA Informantin, sie Suche nach den Terroristen Abu Nazir, die Rückkehr von Brody in die Zivilisation und seinen Kindern und Frau, die ihn mit seinem besten Freund betrogen hat und Carrie, die eine schwere Krankheit versteckt hält, da sie sonst ihren Job verliert. Ist also für so ziemlich jeden was dabei und es kommen auch noch einige dazu. Die Storylines sind spannend und straff erzählt und entwickeln sich stetig auf clevere Art und Weise weiter.

kleinere Spoiler

Nachdem Carrie mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln versucht hat Brody auf die Schliche zu kommen – und scheiterte – versucht sie ihm privat näher zu kommen, was ihr auch gelingt. Die Schlinge um Brodys Hals wird immer enger, bis in der aktuellen Episode (6) die Hauptgeschichte ihren Höhepunkt hat, in dem Brody und Carrie in ihr Häuschen im Wald abhauen, viel Sex miteinander haben und Brody langsam skeptisch wird.
Die Szene, in der beide am Tisch sitzen und Brodys Situation ausdiskutieren und alle über die Staffel aufgebauten Vorurteile adressieren ist absolut brilliant. Wer ernsthaft sagt, dass Szenen, die nur aus einem zehn minütigen Dialog bestehen, langweilig sind, hat einfach keine Ahnung. Man muss es nur richtig machen. Und dass die Figuren nach nur sechs Folgen so viel Entwicklung durch haben, dass so etwas funktioniert ist erstaunlich.

Mein einziger Kritikpunkt bisher, ist der bereits zweimal eingesetzte bait and switch, der zwar jedes Mal sehr clever war und einen schönen WTF!?! Moment auslöste, weil alle aufgebauten Erwartungen umgedreht wurden, aber das sollten die Autoren besser nicht übertreiben, denn wenn dem Zuschauer zu oft der Teppich unter den Füßen weggezogen wird und alle bisher aufgetischten Informationen entwertet werden, traut der Zuschauer der Serie nicht mehr, bzw. kümmert sich nicht mehr wirklich darum. Mit geht das jedenfalls so.

Also. Wer noch etwas Platz für ein spannendes Spy-Drama hat, sollte hier unbedingt reinschauen.

★★★★✩

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