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Margin Call

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Margin Call schickt sich an die ersten 24h der Finanzkrise aus der Perspektive einer großen Investmentbank zu erzählen.

Der Film beginnt mit einem großen Layoff in der Risikoabteilung der Firma, von dem auch der Abteilungsleiter (Stanley Tucci) betroffen ist und einem der Analysten (Zachary Quinto) sein aktuelles Projekt in die Hand drückt, der daraufhin daran weiterarbeitet und herausbekommt, dass das gesamte Finanzmodell, kurz vorm kollabieren steht.
Um alle weiteren Auswirkungen kümmert sich der Rest des Films.

Was ein spannender Finanzthriller hätte werden können ist leider ziemlich flach und belanglos. Margin Call gibt sich redliche Mühe zu erklären, was genau die Ursache für die Krise ist. Ich meine, mehr als der halbe Film besteht aus Exposition vor Bildschirmen, in Konferenzräumen und auf der Toilette. Selbst der Chef der Firma stellt sich hin und erwartet eine Erklärung auf dem Niveau eines Golden Retrievers. Aber selbst dann wird das nicht wirklich klar. Sicher. Die Essenz wird vermittelt, aber das, was der Film meiner Meinung nach erreichen will, schafft er nicht.

Ebenso wenig ist der Film erfolgreich die involvierten Figuren angemessen zu porträtieren. Jeder einzelne hat genau eine Funktion. Der Analyst, der das Problem findet, sein Vorgesetzter, der vermittelt, dessen Chef, der voller Pragmatismus ist, dem nur die Firma am Herzen liegt und die Konsequenzen egal sind und seine Handlanger, die nur Pawns in der ganzen Aktion sind. Alle sind so flach wie ein Blatt Papier und vollkommen belanglos.

Also was genau will Margin Call erreichen? Erklären, was genau an diesem Tag passiere? Die involvierten Personen vermenschlichen? Beides funktioniert nicht im Geringsten.

Ich würde mir wünschen, eine ordentliche Doku zu dem Thema zu sehen, die ähnlich gut gefilmt ist, aber Margin Call ist einfach ein überflüssiges Stück Film. Schade.

★★✩✩✩

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