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Gute Piloten - Schlechte Serien

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Über die letzten Wochen habe ich ja eine Menge Piloten besprochen. Einige gelobt, andere verrissen und bei vielen nach dem Piloten schnell meine Meinung geändert. Die Frage ist nur – warum? Warum können Piloten so vielversprechend sein und in der zweiten Folge schon der größte Haufen Scheiße? Treffende Beispiele sind 2 Broke Girls, American Horror Story, The Playboy Club, The Walking Dead, The Chicago Code, Alphas, The Killing nicht ganz so schlimm (erheblicher Qualitätseinbruch nach der ersten Staffel) sind Californication, The Mentalist, Modern Family, Hung, Heroes, Prison Break.

Oft wird in den Piloten die größte Menge Hirnschmalz gesteckt. Der Schöpfer der Show sinniert zum Teil Jahre über einer Idee für eine Serie, denkt sich ein reiches Universum und facettenreiche Figuren aus und versucht einen guten Einstieg in diese Welt durch den Piloten zu finden. Der Pilot ist meist die untypischste Folge einer Serie, weil sie genau das tut und weniger mit dieser geschaffenen Welt und den Charakteren spielt und einen Anreiz geben soll, in der nächsten Woche wieder einzuschalten. Zudem wird in den Piloten meist mehr Geld gesteckt als in die anderen Folgen. So kommen renommierte Regisseure hinzu, um den Piloten mit einem großen Namen zu verknüpfen und gut aussehen zu lassen.

Leider wird all das, meist aus finanziellen Gründen, schon zur nächsten Episode fallen gelassen und dann sieht man, was der Kern der Serie wirklich taugt. Können sich Autoren, die sich nicht seit Jahren mit den Figuren beschäftigen, mit ihnen auf konstanter Basis beschäftigen? Gibt die Welt tatsächlich genug interessanten Stoff her, um mehrere abwechslungsreiche Geschichten daraus zu basteln? Oder ist dieses Pulver schnell verschossen, der emotionale Kern der Serie missverstanden oder zu viel Einfluss des Networks in den Autoren-Raum geflossen?

Viele Serien brauchen Zeit, um ihren Ton zu finden. So sind manche in den ersten Folgen total over-the-top, was für einen Piloten OK sein kann, aber auf Dauer anstrengt, oder es werden die falschen Charaktereigenschaften betont. Die guten Serien schaffen es im Laufe der ersten Staffel diese Veränderungen vorzunehmen und haben meist hervorragende zweite Staffeln und ein recht langes Leben. Die anderen werden meist schnell abgesetzt und können nur als vielversprechenden Versuch betrauert werden.

Meiner Meinung verlassen die kreativen Köpfe zu schnell ihre Serie und geben sie in fremde Hände, bevor sich eine gewisse Konstanz etabliert hat. Die Macher der Serie sollten mindestens für eine volle Staffel an Board bleiben und das Projekt auf der richtigen Bahn halten. So würden mehr gute Ideen ein gesundes Fernsehdasein fristen.

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