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Thor - Ein Paar Notizen

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Der übermütige und ungehorsame Thor wird also von seinem Vater Odin auf die Erde verbannt, um Demut und Respekt zu lernen. Erst dann bekommt er seinen Hammer zurück. So simpel müssen Comicbuchverfilmungen sein, solange sie dann auch gut umgesetzt sind.

Ich habe ja mal gar keine Verbindung zu diesem ganzen Thor-Universum und konnte das Ausgeflippe wegen des Hammers nach Iron Man 2 nicht nachvollziehen. Aber ohne Erwartungen und Ballast macht es ja auch mal Spass so eine Verfilmung zu sehen. Kann man sich wenigstens mit Joe Shmoe Kinogänger identifizieren.

Der halbe Film sieht aus wie eine Cutscene eines mittelmäßigen Videospiels. Das kann man gut, das kann man schlecht finden. Ich fand, es reichte. Recht günstig sollte der Film ja werden. Nicht umsonst drehte man auf einem kleinen Set in New Mexico und machte den Rest am Rechner.
Abgesehen davon, dass 90% des Films sichtbares CGI ist, ist das alles visuell doch recht stimmig, schön bunt und baut echt ne nette Welt auf.

Thor konzentriert sich mehr auf die Action und eine einfache Basisstory und weniger auf das reiche Universum, das die Comics sicher zu bieten haben. Wenn man sich einmal auf diese Richtung eingelassen hat, ist das echt gut. Immerhin habe ich keine wichtigen Storypunkte im Kopf, die abgehakt werden müssen.
So wie das hier gemacht wird, sollten sich andere ein Beispiel nehmen. In knackigen 20 Minuten das wichtigste an Backstory zu erklären und die wesentlichen Charakterzüge der Hauptfiguren zu umreißen ist kein leichtes, wird hier aber gut gemacht.

Wenn man sich denkt ‘Ein Hammer ist aber keine tolle Superheldenwaffe’, kann ich das sehr gut verstehen. So ging es mit vorher auch. Was soll man bitte alles damit anstellen? Meiner Meinung nach wurde genau darauf eine Menge Hirnschmalz verwendet.
Der Trick mit dem geschleuderten Hammer ist ganz nett und die anderen Spezialattacken, bei denen Thor den Hammer wie eine Fräse, als Propeller oder als schnödes Werkzeug einsetzt, wurden auch echt gut umgesetzt.

Lustig ist, wie badass dieses Thorspeak in Rüstung und so funktioniert und wie scheiße das im normalen Kontext (Jeans, T-Shirt, Erde) klingt.

Was mich sehr erstaunte, war Chris Hemsworth, der einen ähnlich charmanten Superhelden mimt, wie Robert Downey Jr. in Iron Man. Hätte ich vorher auch nicht gedacht, ist aber so.
Sehr schwach dagegen ist Natalie Portman, die das kleine Mauerblümchen spielt, das den blonden Hünen nur anschmachtet. Leider viel zu flach. Schade.

In Summe weiß Thor in seinem Genre und als Sommerblockbuster zu überzeugen und hat es überraschenderweise mal eben zur am meisten antizipierten Figur der Avengers geschafft, obwohl ich ihn vorher gar nicht auf dem Zettel hatte.

★★★✩✩

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