<

hirnrekorder

film - fernsehen - musik - zeug

Neues Von Der BBC: Luther Und the Hour

| Comments

Für Freunde der britischen Fernsehunterhaltung habe ich zwei Empfehlungen an den Mann zu bringen. Läuft beides bei der BBC und hat jeweils einen Schauspieler aus The Wire in der Hauptrolle. Fangen wir mit der etwas älteren Serie an.

Luther

John Luther (Idris Elba [Stringer Bell]) ist Detective Chief Inspector (DCI) bei der Londoner Polizei in der Serious Crime Unit, also für Mörder und schwere Straftaten zuständig. Luther legt bei der Lösung seiner Fälle eine unglaubliche Genialität an den Tag, die jedoch nicht immer zu konventionellen Lösungsmethoden führt. Ist also das typische moralisch fragwürdiges zu tun, um etwas gutes zu bewirken.

Sein erster Fall in der Serie bringt ihn mit der hochintelligenten, mutmaßlichen Mörderin Alice zusammen, der er aber nichts nachweisen kann. Von der Brillanz des Gegenüber angezogen, kreuzen sich ihre Wege immer wieder auf sowohl positiver als auch negativer Art und Weise.

Im wesentlichen besteht jede Folge aus einem sehr spannenden Fall und einer B-Storyline, die sich meist um seine gescheiterte Ehe dreht und eben Alice, die ihre Nase in Luthers Angelegenheiten steckt.

Die Serie ist fantastisch gefilmt, sieht toll aus, ist in jeder Rolle hervorragend besetzt (vor allem durch Idris Elba) und ist so gut geschrieben, dass ihr der Zaubertrick gelingt Ermittler und Mörderin vertrauensvoll zusammenarbeiten zu lassen.

Das ist etwas vor dem sich Dexter über 4 Staffeln gefürchtet hat, weil deren Autoren Angst hatten, das nicht hinzubekommen. Und auch die schaffen es nur mit einem Trick.

Das einzige, was mich etwas stört ist, dass John Luther auf alles eine Antwort hat und fast jeden Fall in 5 Minuten gelöst hat und der Rest der Folge nur daraus besteht, einen Weg zu finden, den Straftäter zu überführen.

Die Serie ist aber so straff geschrieben und umgesetzt, dass es kaum auffällt und mit Sicherheit den Wenigsten ein Dorn im Auge ist.

Luther hat bisher 2 Staffeln zu je 6 und 4 einstündigen Folgen. Es gibt also keine Folgen, die eine Geschichte künstlich in die Länge ziehen, sondern ist im wesentlichen ein langer Film, der in sechs Folgen geteilt wurde. Das typisch britische Modell eben, was wir kennen und lieben.

Für alle, die so wie ich einen Mancrush auf Idris Elba haben, ist die Serie ein Muss. Und für alle anderen, die sich hier angesprochen fühlen, auch.

★★★★✩

The Hour

Kommen wir nun zur nächsten Empfehlung. The Hour ist ein sechsteiliges Drama von der BBC mit Dominic West (McNulty in The Wire) in einer der Hauptrollen.

Es geht um eine in 1956 frisch gestartete Newssendung bei der BBC, die Hector Madden (West) als charmanten Newsanchor etabliert und ambitionierte Menschen im Hintergrund hat, die sich mit als erste versuchen von der Steuerung der Nachrichten durch den britischen Geheimdienst zu emanzipieren. Dazu gibt es noch zwei bis drei weitere starke Storylines, die sich immer wieder mit der Hauptgeschichte verweben.

Visuell und vom Pacing geht The Hour in die Richtung Mad Men, nur eben mit einer Nachrichtensendung als Hauptschauplatz und einem Spionagesubplot. Die Serie ist toll ausgestattet, sieht gut aus und hat einen hervorragenden, düsteren, pianolastigen Soundtrack.

Eine große Überraschung für mich ist Dominic West, den ich bisher nur als unflätigen Suffbullen in The Wire überzeugend fand. Hier legt er seinen britischen Akzent auf, schmeißt sich in schicke Anzüge und ist ein ganz charmanter Womanizer.

Die anderen Rollen sind ähnlich gut besetzt. Ben Whishaw mimt den vorlauten investigativen Journalisten und Romola Garai und Anna Chancellor sind als zwei starke Frauenrollen besetzt, die in produzierender Funktion an der Nachrichtensendung mitarbeiten.

Abgesehen von der ersten Folge, die es einem nicht besonders leicht macht in den Plot einzusteigen, kann ich auch dieses britische Kleinod nur wärmstens empfehlen.

★★★★✩

Comments