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Falling Skies

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Ich freue mich ja jedes mal, wenn eine neue SciFi Serie am Horizont auftaucht, in der Hoffnung, dass mal etwas ordentliches dabei ist.

Jetzt läuft seit ein paar Wochen Falling Skies. Eine Serie, in der Aliens auf der Erde einfallen und die Menschheit versucht zu unterjochen und alle Aufständischen auszurotten. Die Serie begleitet eine große Gruppe Rebellen, von denen ein Teil ‘konvertierte’ Soldaten und der Rest Zivilisten sind. Die Soldaten versuchen Proviant, Medikamente, Werkzeug, Waffen und sonstige Hilfsmittel zu beschaffen, um der gesamten Gruppe ein Überleben zu sichern. Nebenbei versuchen sie die Motivation der Aliens und deren Schwachstellen herauszufinden, um sie besser bekämpfen zu können.

Eigentlich eine ganz nette Prämisse, ordentliches Production Design hat Falling Skies und gut besetzt ist sie auch noch. Leider ist die Serie furchtbar geschrieben.

Ich habe mir jetzt vier Folgen angesehen - ich will ja auch ein wenig Entwicklung sehen - und kann mir kaum vorstellen weiter zu schauen. Es gibt da diese Hauptfigur. Tom Mason. Ein etwa vierzigjähriger Vater dreier Söhne, dessen Frau bereits ums Leben gekommen ist. Toms mittlerer Sohn wurde von den Aliens versklavt (es gibt da so kleine Minialiens, die sich am zentralen Nervensystem von bevorzugt Kindern andocken und so von den ‘richtigen’ Aliens ferngesteuert werden können) und fungiert als fast alleiniges Storydevice. Tom will seinen Sohn zurückbekommen und es kommt immer etwas dazwischen, so dass die Rettungsaktion Folge um Folge aufgeschoben werden muss. Das ist so leicht zu durchschauen, dass es nervt.
Es wird zwar keine Timeline gegeben, man weiß also nicht, wie lange sie alle schon auf der Flucht sind, oder seit wann sich der Widerstand organisiert hat, aber wenn man sich anschaut, dass es einen recht großen organisierten Widerstand gibt, der schon strategisch vorgeht und auch schon Kinder zu Soldaten ausgebildet hat, gehe ich davon aus, dass wir uns etwa ein Jähr nach Invasion befinden.
Zugegeben sind die meisten der Soldaten eigentlich Zivilisten, aber was die für einen Blödsinn veranstalten geht auf keine Kuhhaut.

Beispiele

  • Sie benutzen einen Hund als Köder. Wird dieser angegriffen, rennt ihm ein zwölfjähriger ‘Soldat’ hinterher und stirbt fast.
  • Sie fangen einen Alien und sind nicht in der Lage ihre Emotionen zurückzuhalten, um was von denen zu lernen. Nee, da wird gefoltert und ohne Hirn und Verstand vorgegangen, als ob dieser Alien keine Priorität hätte.
  • Und dann geht eine Truppe los, um ein paar Motorräder zu beschaffen. Erstens lassen die sich viel zu viel Zeit, müssen in mitten der Gefahr tiefe Charaktergespräche führen und sehen dann von allen Seiten ‘harnessed kids’ mit automatischen Waffen im Anschlag auf sie zukommen. Die Jungs stehen nur mit offenem Mund da, glotzen und warten darauf, dass sie von den Kindern beschossen werden und werden natürlich getroffen. Mann, Mann, Mann…

Man sagt ja immer, die beste Storyentwicklung ist charaktergetrieben. Das wird hier zwar versucht, aber auf eine so plumpe Weise, dass es weh tut. Es sind nämlich keine natürlichen Entwicklungen der Figuren, sondern Handlungen, die sich nicht rechtfertigen lassen. Und das ist schlechtes Schreiben. Wirklich schade, denn die geschaffene Welt ist gut durchdacht und designed, die Schauspieler leisten ordentliche Arbeit, die Aliens sind toll und die ‘overarching story’ scheint eine gute Richtung zu nehmen. Es sind die vielen Kleinigkeiten im Drehbuch, die mich immer aus der Welt herausreißen und mich fragen lassen ‘Wie dumm kann man nur sein?’. Das stört sehr. Ich werde wohl noch etwas weiterschauen, weil sie wenigstens nicht den Fehler machen in jeder Folge die Welt nochmal von vorne zu erklären, um alle neuen Zuschauer mitzunehmen. Und die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht kriegen sie das ja noch in den Griff.

Ganz interessant ist auch der Aufhänger, dass Tom Mason Geschichtsprofessor ist und mit seinem umfassenden Wissen zu amerikanischer Geschichte parallelen zu der Kriegsführung der Aliens ziehen zu können und sie damit besser zu verstehen. Bisher waren es noch sehr offensichtliche Erkenntnisse, die vielleicht Mittelamerika erstaunen, aber vielleicht kommt da ja noch was.

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