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Twin Preaks - Pilot

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Ich sah Twin Peaks zum letzten mal vor etwa 10 Jahren und mochte es sehr. Soweit ich mich erinnere gefielen mir die beiden Hauptaspekte, das Mysterium um Laura Palmers Tod und die weirdness der Charaktere sehr gut, aber was wusste ich damals schon? Rückblickend war mein Horizont recht beschränkt, denn mir fehlten einfach Vergleichsmöglichkeiten und ich mochte erstmal fast alles, was einfach anders war. Und anders war Twin Peaks allemal.
Gerade läuft ja The Killing, was von vielen mit Twin Peaks verglichen wird, denn die erste Staffel dreht sich um die Aufklärung des mysteriösen Todes von Rosie Larsen. Ist also immerhin eine ähnliche Prämisse.

Nun hat der hier bereits erwähnte Firewall & Iceberg Podcast wieder eine ältere Serie auserkoren, die sie den Sommer über gemeinsam schauen und Woche für Woche je eine Episode besprechen. Wegen der angeblichen Parallelen zu The Killing schauen sie Twin Peaks, was ich zum Anlass nahm die Serie auch nochmal in Ruhe durchzuschauen.

Notizen (Spoilerfrei)

Ist man am Ende des Piloten angekommen, bleibt einem nichts anderes übrig, als zu bemerken, wie unglaublich gut strukturiert diese Episode ist. Sie schafft es abwechslungsreich den Basisplot zu etablieren und die wichtigsten Figuren einzuführen, ohne nach Schema F vorzugehen, sondern aus dem sich natürlich entwickelnden Fluss der Geschichte die Figuren mit ein oder zwei aussagekräftigen Szenen zu beschreiben. Da ist der etwas einfache Sheriff Harry, der versucht auf alle Beteiligten Ruhe auszustrahlen und bei den Ermittlungen nicht immer hinterher kommt, seine völlig verschwurbelte Sekretärin Lucy, die kaum in der Lage ist einen einfachen Satz zu formulieren und selbstverständlich Special Agent Dale Cooper, der in sein Diktiergerät fleißig die unwichtigsten Informationen spricht und einen unmenschlichen Fable für Kaffee und Kirschkuchen hat und nicht vergisst das in jeder noch so unangebrachten Situation zu bemerken.
Cooper kommt also irgendwann in das kleine Städtchen, um die Ermittlungen zu leiten. Beim verfolgen der Spur nach dem Mörder kreuzen sie die Wege mit den tragenden Figuren der Serie, die so eingeführt werden. So bekommt der Pilot einen angenehmen und natürlichen Fluss.

Man muss auch den grandiosen Soundtrack erwähnen. Zum einen ist da das Main Theme, was sich durch die Folge zieht, immer dann, wenn ein kleines Stückchen des Mysteriums um Lauras Tod gelüftet wird. In der Schule, wenn die beiden coolen Jungs begleitet werden spielt ein kleines Jazz-Theme, was leicht an Westernmusik erinnert. Und dann sind da die wahnwitzigen Szenen, die sich um die norwegischen Investoren und Audrey Horne, der Tochter des Besitzers des Great Northern Hotel dreht und mit Zirkusmusik unterlegt ist. Sehr passend.

Um Spoilerfrei zu bleiben, möchte ich nur noch erwähnen, wie gut die parallelen Storylines am Abend im Roadhouse zusammenkommen, wo es eskaliert, während die Band das Main Theme spielt. Einfach toll.

Parallelen zu ‘The Killing’

Ich muss sagen, abgesehen von dem ‘season long mystery’ gibt es nur ein Detail was vergleichbar ist. Jeweils im Piloten bekommen die Mütter der beiden Mädchen von deren Tod auf die gleiche Art und Weise mit. Als der Vater im Fall von The Killing am Tatort eintrifft und bei Twin Peaks der Sheriff kommt, um ihm die Nachricht zu überbringen sind in beiden Fällen die Frauen am Telefon und bekommen nur durch die Reaktion ihres Mannes davon mit. Beide haben einen herzzerreißenden Zusammenbruch. Damit hört es aber auch schon auf. Vom Ton her und den abgedrehten Charakteren sind die beiden Serien überhaupt nicht zu vergleichen.

Fazit

Ich jedenfalls bleibe gespannt auf die nächsten Folgen, da ich mich nichtmal mehr an den Mörder erinnern kann.
Ich kann auch jedem nur empfehlen diese kleine Reise anzutreten und begleitend den Podcast zu hören. Da wird dann auch schön rumgespoilert und ins Detail gegangen.
btw. ein ganz hervorragender HD-Transfer.

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