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Der Aktuelle Tabletmarkt Und Seine Zukunft

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Everybody and an their dog is building Tablets. Warum?

Apple hat ihres herausgebracht und damit ein neues Marktsegment geschaffen, welches sie dominieren und neben den Geräten einen Arsch voll Content verkaufen. Klar. Sie bauen fantastische Hardware, die zwar Einschränkungen hat, aber sie treiben Innovation im Prozessor-, Akku- und Displaybereich voran und lassen diese Dinge nur in ihrer Hardware verbauen und verschaffen sich damit einen kompetitiven Vorteil.
Nun denken sich Google, HP, Samsung, RIM, Microsoft und wie sie alle heißen ‘Ich will auch ein Stück vom Kuchen abhaben.’ und bauen (oder lassen bauen) sich ihre eigenen Tablets, um auf dem Markt mitzuspielen. Die meisten haben viel zu überhastet gehandelt, einfach miese Hardware verbaut und schlechte Software oben drauf gesetzt. Es war klar, dass diese Versuche scheitern würden. Nun gibt es aber ein paar Firmen, die sich Zeit lassen und Mühe geben ein ordentliches Produkt fertig zu stellen und werden das sicher auch tun. Man kann eine Menge Hoffnung in HP stecken, die die Apple Hardware recht gut kopiert und mit Palm eine gute OS-Schmiede eingekauft haben. Ebenso kann man davon ausgehen, dass irgend ein androidbasiertes Tablet kleben bleibt, wenn man sich ansieht, wie viele davon an die Wand geworfen werden.

Sie werden alle mittelfristig keinen großen Erfolg haben. Warum?

Um das zu beantworten muss man erst eine andere Frage beantworten. Was möchte Joe Shmoe Ottonormaluser mit so einem Gerät anfangen?

Zuallererst darf das Gerät einem nicht im Weg stehen, was bedeutet, dass das User Interface einfach zu bedienen sein muss, die Anwendungen nicht ruckeln dürfen und der Akku eine angemessene Zeit halten muss. Hier macht Apple und mittlerweile Android einen guten Job, auch wenn das UI von Android recht verwirrend sein kann.

Des Weiteren will ich mich mit dem Gerät aufs Sofa setzen und im Web browsen. Hier wird es auf den meisten Geräten schon schwierig. Es fängt bei miesem Fontrendering an, geht über unsinnige Implementation von Flash und endet bei schlechten Zoomingfunktionen. Ich kann nicht bewerten, wer in diesem Bereich einen ausreichenden Job macht, nur weiß ich, dass es die meisten gar nicht hinbekommen.

Drittens und meiner Meinung nach der wichtigste Anwendungsfall ist der Konsum vom Medien. Videos schauen, Bücher lesen und Spiele spielen. Nur wo bekommt man diese Dinge her und vor allem, wie bekomme ich sie auf mein Gerät. Androidverfechter werden sagen ‘Ich rippe mir meine DVDs oder kaufe mir irgendwoher DRM-freihe eBooks als pdf und kopiere sie mir von Hand aufs Tablet.’ Das ist schön und gut und für den momentanen Nutzerkreis wahrscheinlich ausreichend. Will Google aber die Nicht-Nerds ansprechen muss sich daran etwas ändern, denn diese werden diesen Umweg nicht gehen können oder wollen. Schaut man sich HP oder RIM an, so ist überhaupt nicht abzusehen, wie sie dieses Thema angehen wollen und ehrlich gesagt sind sie einfach zu spät dran so ein Ökosystem um ihre Geräte aufzubauen. Denn genau das ist das Zauberwort in diesem Markt. Ökosystem.

Apple hat den Vorteil, dass sie sowohl mit ihrem mp3-Player als auch Telefon und Tablet die ersten waren, die einen solchen Markt geschaffen haben und konnten auf hervorragender Hardware eben dieses Ökosystem aufbauen. Angefangen beim iTunes Music Store für ihre iPods, über den App Store für das iPhone bis hin zum Video-, Fernseh- und Bücherangebot fürs iPad. Diese Angebote kamen nach der Entwicklung der Hardware, weil Apple erst herausfinden musste, was ihre Kunden mit ihren Geräten machen wollten.

Android, als einziger momentaner Konkurrent, hängt mit allem etwa ein bis zwei Jahre hinterher und es bleibt abzuwarten, ob sie jemals gleichziehen können, was die Inhalte betrifft. Gelingt es ihnen nicht, werden sie ihre aktuelle Userbasis zwar pflegen, aber nie ausbauen können. HP und RIM, die immerhin in der Lage sind ein gutes Gerät auf den Markt zu werfen, haben noch nicht einmal damit angefangen sich ein solches Ökosystem aufzubauen und werden sicher nicht mehr aufholen können.

Es bleibt die Frage, wer könnte Apple ernsthaft eine langfristige Konkurrenz werden?

Nun ja. Es gibt da diese eine Firma, die das Pferd von hinten aufzäumt und zuerst Inhalte anbietet, darin extrem gut wird und irgendwann ein Gerät herausbringt, um diese Inhalte bequem zu konsumieren. Amazon. Als glorifizierter Buchladen begonnen, lag es nahe eBooks zu verkaufen und als größter Distributor derer, einen Reader, den Kindle, zu verkaufen. Nun haben sie mittlerweile ein zu Apple vergleichbares Musikangebot und sind im Videobereich auf dem besten Weg dorthin. Vor kurzem haben sie sogar einen AppStore eröffnet. Folgt Amazon ihrem bisherigen, wenn auch kurzen Weg, ist das einzige was fehlt, ein Endgerät für diese Angebote. Und sollte Amazon ein Stück Hardware anbieten, was sie (wie beim Kindle) auf ihrer Homepage aggressiv an- und bepreisen, können alle anderen Mitbewerber einpacken. Dazu muss die Hardware noch nicht einmal besonders gut sein. Nur gut genug und dem Anwender nicht im Weg stehen. Der Kindle ist da nicht anders.

Ich hoffe, dass es von möglichst vielen Seiten Konkurrenz geben wird, denn nur so entwickelt sich der Markt weiter und davon profitieren wir alle. Nur sehe ich für die meisten schwarz, denn kaum jemand scheint zu verstehen worauf es im Tabletmarkt ankommt.

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