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Die Adäquate Kühlung

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Cocktails wollen kalt getrunken werden. Idealerweise sollte die Temperatur des Drinks so nah am Gefrierpunkt wie möglich liegen. Was also tun? Man könnte ja auf die Idee kommen, alle Zutaten und das Glas in den Froster zu tuen, damit alles gleich sehr kalt ist. NICHT MACHEN. Denn wenn man das tut wird beim Mixen nicht genug Eis schmelzen und das Wasser, das beim Mixen in den Drink gelangt, gehört genauso dazu, wie jede andere Basiszutat. Sollte sie fehlen, wird der Drink unbalanciert, scharf und unrund.

Wie also Richtig?

Alle Barzutaten können und sollten wohl auch bei Zimmertemperatur gelagert werden. Für die Herstellung des Cocktails benötigt man eigentlich immer nur normalgroße Eiswürfel (also kein crushed ice. Damit werden manche Drinks im Glas serviert.) aber ausreichend viele davon. Der Shaker sollte etwa zu 2/3 mit Eis gefüllt sein, damit das Getränk schnell sehr kalt wird.

Nun ist der Cocktail fertig gemischt und eiskalt. Wie weiter? Idealerweise schmeckt es jetzt genau so, wie es sein soll und dieser Zustand will erhalten bleiben. Daher ist ein erster guter Schritt das Glas vorzukühlen, wozu es zwei Möglichkeiten gibt. Man kann das Glas etwa eine Stunde lang in den Gefrierschrank stellen oder während der Zubereitung wird das Glas mit Eis gefüllt und so gekühlt.
Alle Drinks im Cocktailglas (Martini, Manhattan, Gimlet) werden grundsätzlich ohne Eis serviert. Deswegen ist ein gekühltes Glas schon geboten. Die meisten anderen Cocktails wollen zwar auch kalt bleiben, aber nicht verwässert werden. Dazu eignen sich sehr große Eiswürfel. Die schmelzen langsamer und sehen auch noch recht schick aus.
Und ein paar Sommerdrinks (Caipirinha, Mai Thai, Mojito, Mint Julep) verlangen nach crushed ice. Das hält sehr kalt, aber verwässert halt etwas. Gerade beim Mint Julep Möchte man das auch. Der ist zu beginn recht stark und wird immer besser, je länger er steht. (Bis zu einer gewissen Grenze versteht sich)

Die Herstellung

Wie komme ich nun zu zum gewünschten Eis? Man kann das meiste natürlich kaufen, das wird aber spätestens bei den großen Würfeln eher unmöglich. Grundsätzlich gilt, das Wasser sollte vorher abgekocht werden. So wird der Würfel klarer und beim schmelzen flockt das Kalk nicht aus.

  • für größere Brocken Eis reicht erstmal eine Tupperdose und ein Eispickel, mit dem man den Eisblock in die gewünschte Größe zerteilt.
    Man kann sich aber auch große Eiswürfelformen kaufen und sich damit das passende Eis bereiten. Ich habe dieses und jenes und bin sehr zufrieden.
  • Normalgroße Eiswürfel mache ich immer etwa einen Gefrierbeutel auf Vorrat, damit immer ausreichend da ist. Wem das zu stressig ist, kauft halt einen Sack.
  • Crushed ice ist etwas schwieriger selber zu machen. Geräte, die was taugen und etwas halten, gehen bei €40,- los für die handbetriebene Variante und entsprechend viel mehr für eine elektrische. Billiger würde ich nicht einsteigen, da die Klingen oder die Mechanik recht schnell kaputt gehen. Eis ist eben hart.
    Ansonsten leistet ein großer Mörser und ein Küchenhandtuch (Eis einwickeln und so) passable Dienste, sollte man kein crushed ice im Haus haben. Hier ist tatsächlich die einfachste Variante einfach einen Sack voll zu kaufen.

Abschließend ist zu sagen, dass man schon von jeder Sorte Eis etwas im Haus haben sollte, denn jedes hat seine eigenen Eigenschaften. Man kann einen Caipirinha eben nicht mit Eiswürfeln machen (ich mach das zwar, aber ich variiere auch das Rezept). Eis ist in jedem Drink eine gleichberechtigte Zutat und man merkt schon einen Unterschied, wenn der Barkeeper Wert auf ordentliches Eis legt.

Es bleibt zu bedenken, dass man, wie in jedem Bereich der Mixerei, auch in der Herstellung und Benutzung des Eises beliebig rumnerden kann, und das ist auch gut so!

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