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Mad Men Season 1

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Kürzlich hatte ich erneut das Vergnügen die erste Staffel von AMC’s Mad Men zu schauen. Mein erster Durchlauf war vor gut einem Jahr, als ich durch die ersten 3 Staffeln durchgeheizt bin wie nichts gutes. Immer etwa 3 Folgen hintereinander, keine Zeit zum Reflektieren, schnell durch. Die Serie war einfach viel zu gut als dass man mal ne Pause einlegen konnte. Dadurch hat man natürlich kein Gefühl mehr für herausragende Episoden. Ich habe zwar einige Lieblingsszenen, aber der Rest eher ein sehr guter Einheitsbrei.

Jetzt habe ich also noch einmal von vorne angefangen. Ganz in Ruhe mit der Freundin. Mad Men ist eine von den Serien, die sich wirklich lohnen noch einmal zu schauen. Es geht damit los, dass man im Gegensatz zum ersten Durchlauf natürlich sofort jeden kennt und die Rollen, die sie in der Agentur  oder in der jeweiligen Familie spielen einordnen kann, denn Mad Men wirft einen, ähnlich wie The Wire, mitten in den Plot und gibt sich nicht sonderlich Mühe die Protagonisten einzuführen. Man braucht schon etwa drei Folgen, um klarzukommen. Ich hatte also Spass von Minute eins.

Die erste Staffel begleitet im Wesentlichen drei Figuren. Don Draper (gespielt von Jon Hamm), Peggy Olsen (Elisabeth Moss) und Pete Campbell (Vincent Kartheiser), die alle in der Werbeagentur ‘Sterling Cooper’ in Manhattan arbeiten. In diesem Umfeld spielt sich die erste Staffel auch hauptsächlich ab, wobei Don und Pete regelmäßig nach Hause begleitet werden und man ihnen beim (scheiternden) Familienleben zuschauen kann.

Draper ist der kreative Kopf von Sterling Cooper und hat sowohl die Agentur als auch die Frauenwelt fest in seiner Hand, die ansonsten entweder eine Zigarette oder ein Glas Rye hält. Pete ist der etwas schmierige Account Executive aus gutem Hause, der um die Anerkennung Dons buhlt. Er benutzt seine familiären Kontakte und persönliche Tragödien, um neue Klienten in die Agentur zu holen und damit schnell aufzusteigen. Und schließlich das schüchterne Mauerblümchen Peggy. Sie fängt als Sekretären von Don an und muss versuchen sich in der harschen Männerwelt zu behaupten. Durch ihr Engagement und zuweilen vorlautes Wesen schafft sie es Ideen in die Pitches einzubringen und schafft es schließlich zum ersten weiblichen Copywriter befördert zu werden, wo sie sichtliche Probleme hat ernst genommen zu werden.

Was Mad Men aber von einer sehr guten zu einer hervorragenden Serie hebt, sind die Nebendarsteller. Sie machen Mad Men erst zu der facettenreichen Serie, die sie ist indem sich jede Episode auf eine andere Figur konzentrieren kann, manche für Wochen links liegen lässt und zu großer Überraschung wieder hervor holt. Beispiele dafür sind Dons Frau Betty (January Jones) die die einsame Hausfrau mimt, Joan Holloway (Christina Hendricks) die Chefsekretärin von Sterling Cooper und Salvatore Romano (Bryan Batt) der homosexuelle Art Director, der versucht seine Neigungen zu verstecken.

Die Liste der interessanten Nebenfiguren ist schier endlos und wird in den späteren Staffeln selbstverständlich immer besser entwickelt.

Es ist schwierig genau zu sagen, was der Reiz der Serie ist. Es gibt nicht wirklich einen treibenden Plot, keine krassen Cliffhanger, keine besonderen Twists. Mad Men ist einfach eine sehr gute Charakterstudie in einer Zeit, die vom Setdesign, der Musik und den Kostümen hervorragend umgesetzt wurde (und ja, am Anfang übertreiben sie es ein wenig mit den trinkenden und rauchenden schwangeren Frauen). Es schadet auch nicht, wenn Don den Chef raushängen lässt und mit einer Wahnsinnsgelassenheit einen Pitch hinlegt, der alle aus den Socken haut.

Die erste Staffel Strotzt jetzt nicht so vor Knallerepisoden, die extrem hervorstechen, aber die beiden Bookendepisoden (Pilot und Finale) sind eine Erwähnung wert. Der Pilot wurde für einige Emmys nominiert, schafft es hervorragend das Setting zu etablieren und endet mit der Lucky Strike Präsentation. Das Finale schließt die Reise von Don Draper, die er diese Staffel unternahm, gut ab, indem er sich wieder zurück auf seine Familie besinnt und dies auf emotionale Weise in seinem Pitch für das Kodak Carousel unterbringt. (eine der besten Szenen der ganzen Serie)

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Mad Men - Season 1 (Aff link)

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